Gerade zum autodidaktischen Lernen von Japanisch gibt es im Netz eine Fülle an Material, an erster Stelle die Website "All Japanese All The Time" (
http://www.ajatt.com), deren Autor eine ziemlich ausgefuchste Strategie zum vollständig autodidaktischen Meistern von Japanisch entwickelt hat. Das Zauberwort ist "Immersion", also sich der Zielsprache im Alltag so viel und umfassend wie nur irgend möglich auszusetzen (Filme, Musik, Radio, Poster, Comics usw. usf, und natürlich am besten direkte Kommunikation mit Muttersprachlern über Foren, Chat, persönliches Kennenlernen).
Viele der Strategien von ajatt.com lassen sich auch auf jede andere Zielsprache und besonders auf Chinesisch übertragen.
Die Website ist sehr empfehlenswert, um sich über autodidaktisches Lernen zu informieren, allerdings gibt es sie nur auf Englisch und man sollte sowieso aufpassen, dass man die Zeit, in der man eigentlich schon lernen könnte, nicht mit der Suche nach der idealen Strategie vollständig füllt

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Als Abfolge empfiehlt ajatt übrigens, sich zunächst die paar tausend wichtigsten Zeichen einzuverleiben und danach mit Hilfe von Unmengen an originalen (also nicht speziell generierten) Beispielsätzen zu lernen.
Um sich das Zeichenlernen einfacher zu machen, sind die Bücher von Heisig, die es sowohl für Chinesisch, als auch Japanisch gibt, zu empfehlen. Sie erleichtern einem mit kleinen Geschichten, in denen jeweils die einzelnen Bestandteile eines Zeichens vorkommen, das Merken sehr. Für Chinesisch würde ich persönlich aber das Buch "Learning Chinese Characters" (
http://www.amazon.de/gp/product/080483816X/) empfehlen. Es arbeitet auch mit Geschichten, die aber im Gegensatz zu Heisig auch noch Aussprache und Ton der einzelnen Zeichen enthalten. Damit habe ich ohne arg zu leiden meinen Frieden mit den Tönen geschlossen
Das nächste Problem ist es, die gelernten Zeichen und später die Beispielsätze auf Dauer zu behalten. Hierfür gibt es "Spaced-Repetition". Das ist eine Methode, bei der man nach dem Lernen jeder Vokabel eine Bewertung abgibt, z.B. "zu leicht", "genau richtig", "ein bisschen schwer", "vergessen". Abhängig davon wird einem die entsprechende Vokabel von sofort bis seeehr viel später nach einem bestimmten Zeitraum wieder vorgesetzt. Eigentlich ein bisschen so, wie wenn man früher in der Schule so einen Lernkasten mit verschiedenen Fächern hatte, in welche die Vokabeln dann wandern, nur eben automatisch und mit einem effizienten Algorithmus.
Das ganze gibt es als Open-Source Software, zum Beispiel "Anki" oder "Mnemosyne". Speziell fürs Lernen von chinesischen und japanischen Zeichen empfehle ich die Website Skritter (
http://www.skritter.com), die auch mit Spaced-Repetition arbeitet, die Zeichen aller gängigen Lehrbücher aber schon integriert hat und einen die Zeichen vorallem auch schreiben lässt. Sie ist leider kostenpflichtig, meiner Meinung nach aber jeden Cent wert. Gerade erst entdeckt habe ich Memrise (
http://www.memrise.com), was nach dem gleichen System zu funktionieren scheint, kostenlos ist und sehr viele Sprachen anbietet.
Was ich trotz aller Autodidaktik immer noch gut finde, ist ein Volkshochschulkurs oder so. Ich habe zwar ähnliche Erfahrungen wie rainer14 gemacht, also einen sehr lahmen Kurs, der sich nach einem Semester vollständig aufgelöst hat

, aber wenn man einen einigermaßen konsistenten Kurs findet, dann gibt das einen Rahmen, der sehr hilfreich ist.
Wenn in deiner Nähe eine Uni ist, empfiehlt es sich auch, da mal im Sprachlernzentrum oder so vorbeizugucken, die bieten oft auch Kurse an, oder haben eine Tandempartnervermittlung, über die sich Muttersprachler finden lassen.