Aremonus hat geschrieben:
- denn in dem Bereich spielen die Personalkosten meist keine grosse Rolle mehr. Faktoren wie IP-Schutz, gute Zugänglichkeit zu Dienstleistungen, Infrastruktur, ev. tiefe Steuern usw. spielen eine weit wichtigere Rolle. Man kann vielleicht das Zusammenbauen und Einpacken mal kurz nach China verlegen, aber das ist ja schon längst geschehen.
ok, dann nehmen wir mal an, dass Entwicklung und Forschung einen Grossteil des BIP ausmachen (was aber natuerlich diskutierbar ist...wuerde aber hier den Rahmen sprengen).
Man solle sich nur mal vorstellen was waere wenn diese Faktoren mittlereweile in frueheren Drittlaendern heute bereits vorhanden sind. Zu den USA ist zu sagen, dazu gehoert natuerlich auch Deutschland, dass fuer Forschung und Entwicklung diese beide Laender Top Adressen sind. Da gibt es keine Zweifel schon wegen den Resourcen, Foren, Plattformen, Archiven und Instrumente die sie bieten. Andererseits wie du schon erwaehnst muss auch die Politik mitspielen und Unterstuetzung zusagen (z.B. Stammzellenforschung). Wenn Gesetze, Regularien oder einfach auch Willkuer Huerden darstellen, dann verliert ein Standort seine Attraktivitaet egal wie gut sie aufgebaut ist. Equipments und Wissen kann sehr wohl woanders hinverlagert werden.
Zitat:
Natürlich sollte jetzt ein EU-Finanzministerium eröffnet werden, um das Problem langfristig zu lösen. Doch vielleicht ist es gar nicht so schlimm, dass man zuerst die Leute überzeugen muss und nicht einfach handeln kann.
Damals scheiterte schon eine gemeinsame Verfassung im Ansatz. Die Forderung nach einer gemeinsamen Finanzpolitik wird in diesen Tagen immer lauter, aber das wird sich auch wieder legen. Die freie Verfuegung ueber die eigenen Finanzen ist fuer ein Land sogar viel exklusiver und wichtiger als eine EU-Verfassung. Geld - Budget, Ausgaben und Finanzierungen ist eigentlich alles was die eine Regierung hat um seine Richtung, seine eigene Politik erfolgreich voranzutreiben. Man will ja wiedergewaehlt werden. Beschneidet man durch eine Europaweite Finanzpolitik diese eine Freiheit jedes Landes, beschneidet man auch die innlaendischen politischen Handlungsfaehigkeit. Man schreibt dir vor wieviel du fuer Dies und Jenes ausgeben darst. Ich weiss nicht ob das den Regierungschefs von Spanien, Italien, Polen, Iren, Holland usw usw usw. so gefaellt. Sozusagen, andere Laender bestimmen deine Politik und somit ist die gemeinsame Finanzpolitik zumindest in die selbe Ecke anzusiedeln mit der EU-Verfassung, die ja bekanntlich gescheitert ist. Europa ist noch lange nicht so zusammengewachsen das so was moeglich ist (vielleicht wird sie das nie werden). Die USA hat ja auch einen Buergerkrieg gebraucht und alle Staaten unterwuerfig zu machen.
Zitat:
Zwar kann ein autokratischer Staat rasch entscheiden, nimmt dabei aber viel zu wenig Rücksicht auf die Bedürfnisse der verschiedenen Interessengruppen, es findet keine sinnvolle Abwägung statt.
Das ist ein Argument. Er hat seine Vor- und auch seine Nachteile.
Zitat:
Daher ist ein autokratischer Entscheid nur in den wenigsten Fällen effizient.
Das kommt aber durchaus auf die Umstaende und Situationen an. In rosigen Zeiten hindert ein Autokratisches System ohne Zweifel die Weiterentwicklung und Entfaltung der Gesellschaft.
In Krisenzeiten aber ist eine strenge Hand unabdinglich um Ordung und Verlauf zu schaffen oder wiederherzustellen.
Zitat:
In Demokratien hingegen werden die verschiedenen Interessensgruppen angehört, was die Effizienz von Entscheiden stark erhöht. In direkten Demokratien wo auch über Gesetze ein ausgeprägter Diskurs geführt wird, ist sogar in vielen Fällen ein nahezu paretoeffizienter Entscheid möglich. Da Demokratien aber sehr langsam entscheiden, ist ein schlanker Staat noch viel wichtiger - denn nur dann können wichtige Aufgaben von nicht-staatlichen Akteuren (Organisationen und Unternehmen) rasch übernommen werden.
Die Demokratie ist wirkungsvoll wenn alles rosig ist. Treten unerwartete Krisen und schwerwiegende Probleme mit ihren Konsequenzen auf, dann ist es sehr schnell zu Ende mit der Handlungsfaehigkeit der Demokratie. Selbst in einen freiheitlich demokratischen Staat gibt es Krisensituationen wo kurzweg die Demokratie und Freiheit ausgeschalten werden. (Wenn auch nur auf kurzer Zeit.)
Zitat:
Daher denke ich kaum, dass die Einführung eines neuen europäischen Imperiums sinnvoll wäre
Ist dass denn nicht ein Widerspruch zu dem was du oben erwaehnt hast?
Zitat:
Reichtum von Ländern besteht in deren Fähigkeit, zu produzieren - nicht in der Bilanz der Notenbank. Westliche Ländern produzieren auch heute noch weitaus mehr als China (da sie vorallem Wissen produzieren, welches mehr Wert ist als Handarbeit). Daher beruht weder im Westen noch in China die Produktion auf "nichts".
Das sind alles imaginaere Werte und nur spekulativ bewertbar. Wissen ist wertvoll und ein Reichtum wenn sie auch effektiv und produktiv eingesetzt werden kann. Ist dies nicht der Fall, dann verhaelt sich Wissen wie Lagerware die auf Jahre in Regalen liegen und verstauben und ihr Dasein als Ladenhueter fristen. Du hast die Faehigkeit, aber nutzt sie nicht. Ein langzeit Student mit 20 Jahren Kampus auf dem Buckel will immer noch weiterstudieren. Wissen was nicht produktiv eingesetzt wird. Also "nichts". Resultate sind be- und verwertbar.