Saiber hat geschrieben:
Faellt halt etwas Export weg.
Etwas Export? China ist – falls es Dir noch nicht aufgefallen ist – Exportweltmeister und konnte seine Wirtschaft nur anhand heimischer Nachfrage, Investitionen und Außenhandel aus der Krise ziehen. Zur Erinnerung. Die Importe haben sich seit Januar im Vergleich zur Vorjahresperiode fast halbiert! Die Finanzkrise hat China durchaus auch hart getroffen, da Maschinen und Elektronikprodukte 54,3% des Exportvolumens ausmachten.
China ist sicherlich nicht zu vernachlässigen, ist aber ein Riese, der auf mehreren Eiern und Wackelwippen jongliert da das Land vollständig abhängig von Investitionen und Nachfrage aus dem Ausland, Bauboom auf Pump und Spekulation ist. Daher ist es kaum verwunderlich, das sich das Reich der Mitte so sehr um gute Handelsbeziehungen bemüht. Auch China spürt massiv Billiglohnkonkurrenz. Genau das Spiel, mit dem China dem Rest der Welt billige Arbeitsplätze abgeluchst hat, spielen Vietnam und Kambodscha nun mit China (Textil, Sportartikel, einfache Industriefertigung).
Zitat:
China ist in den letzten Jahren nicht untaetig geblieben und hat keine alleinige Abhaengigkeit aufgebaut im Handel mit dem Westen.
Das trifft nicht zu. China Yuan ist an den US-Dollar koppelt. Was glaubst du wohl, was mit Chinas Vermögenswerten Eine plötzliche Stärkung des Yuan oder ein Stopp weiterer Ansammlungen hieße dann zwingend ein Verlust in den Vermögenswerten.
Die Geldmengen die nur zwischen den USA und der VRC in den Umlauf gebracht werden bzw. der Wert dieser Handelsbeziehungen beläuft sich auf etwa $333 Milliarden.
Du kannst Dir also selber ausmalen, was bei einem vollständigen Handelsboykott geschehen Würde. Es ist nicht wichtig, ob er passiert, sondern die Tatsache das es theoretisch möglich wär inkl. der Auswirkungen, die uns damit offenlegen, dass weder der Westen noch der Osten voneinander unabhängig sind.
Zitat:
Und die Frage ist nur, auf welcher Seite wuerden sie stehen wollen und wem wuerde es mehr schaden. Ihr koennt nichts zuruecknehmen und ihr geht immer noch davon aus dass die Quelle der Innovation, der Entwicklung und der Bildung nur im Westen vorzufinden ist und dem Westen vorbehalten ist, denn ohne diese Faktoren im Einfluss wuerde es zum Stillstand fuehren.
Ich sagte nicht, das dies der gängige Standard ist, ich sage aber das dieser Zustand – geht man einige Jahre in die Vergangenheit – durchaus Stand der Dinge war. Oder willst Du nun abstreiten, dass China ohne entsprechende Handelsbeziehungen mit dem Westen alleine zu seiner jetzigen Größe gekommen wäre?
Zitat:
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Das hoert sich so an, als ob irgendeiner den Befehl gibt, sagen wir mal die USA, "betreibt keinen Handel mehr mit China" und alle wuerden sich aus China zurueckziehen. Nein, das wird so nicht geschehen.
spaetestens jetzt solltest du erkennen wer mit dem "der Westen" gemeint ist.
Eben. Denn so funktionieren internationale Wirtschaftsbeziehungen zu Zeiten eines gar unabdingbar gewordenen Globalismus und div. Handelspartnerschaften sowie (Du sagtest es bereits) Abhängigkeiten innerhalb der Wertschoepfungskette nicht mehr. Es geht hier nicht um eine Will-Globalisierung meinerseits, sondern um ein System das so auch komplett in China benutzt wird, so wenig Du Dir das auch eingestehen magst. Alleine die monetären Ansätze die derzeitige Finanzmärkte für die Zukunft prophezeien und angesichts der in den nächsten 15 Jahren stattfindenden Entwicklung einer asiatischen Währungseinheit (man siehe allein das Ausmaß der Allianz Japans mit Süd-Korea für Bodenschätze) und einer asiatisch monetären Integration ganz nach dem Model Masahiro Kawai’s untermauert die Fakten wunderbar.
Richtig, es ist nicht jedem zugaenglich. Es geht hier nicht um „den Westen“, sondern auch um „den Osten“.
Zitat:
Die Wirklichkeit ist aber, dass die Globalisierung nicht jedem zugaenglich ist. Seinen Eintritt darin muss gewaehrt werden und die Bestimmer sitzen immer in einem Gremium. Diese Tage treffen sie sich.
Es gibt keinen wie von Dir genannten "Club der Reichen" oder "uebermaechtige Lobbykader" das bestimmt, wer an der Globalisierung teilhaben darf und wer nicht.
Globalisierung ist der Vorgang der zunehmenden weltweiten Verflechtung in allen Bereichen (Wirtschaft, Politik, Kultur, Umwelt, Kommunikation etc.). - Wikipedia
Handelsabkommen werden unabhaengig voneinander zwischen mind. zwei Parteien ausgehandelt.
Geist