Gute Frage, auch wenn ich mich nicht direkt auf "gedoubelte" chinesische Autoren beziehen kann. Hoffe, es ist trotzdem OK...
Ich lese ausgesprochen gerne und wenn die Handlung sich auf eine andere Kultur bezieht, finde ich es schon glaubwürdiger bzw. wirklichkeitsgetreuer, wenn der Autor(in) diesem Kulturkreis entstammt. Eine Fremdsprache möchte ich ja auch von einem(r) Muttersprachler(in) erlernen...Die Mentalität gehört für mich auch dazu...oder?!
Aber ein Garant für Qualität und Richtigkeit bzw. gute Unterhaltung ist das dennoch nicht aus meiner Erfahrung. Wenn man sich sehr gut mit einer anderen Kultur auskennt, achtet man sicher viel mehr auf mögliche (historische oder was auch immer...) Fehler, die mir wahrscheinlich gar nicht auffallen würden. Ich denke, das kommt aber auch darauf an wie gut ein Autor recherchiert, ob sein Schreibstil fesselt und er sich in die Gegebenheiten/Mentalität einfühlen und diese dem Leser nahebringen kann. Ich habe viele Bücher (Krimi.) von Elisabeth George gelesen, welche in England spielen. Anhand der Bücher würde man denken sie ist Engländerin, sie ist aber Amerikanerin und lebt soweit ich weiß immer noch dort.
Zur Zeit lese ich "Der Jadereiter" von John Burdett. Er lebt seit Jahren in Südostasien und hat jahrelang in Hongkong gearbeitet. Auch wenn er kein Asiate ist, wirken seine Erzählungen authentisch und man wird in die Athmosphäre von Bangkok "eingesogen" Er hat auch Bücher veröffentlicht, die in Hongkong spielen, die ich aber
noch nicht gelesen habe. Und wenn man über diesen Weg zu "echter" chinesischer Literatur geführt wird - umso besser!
Ich freue mich immer über entsprechende Anregungen...
