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 Betreff des Beitrags: Die Hinrichtung des Studenten Yao Jaixin
BeitragVerfasst: 08.06.2011, 21:00 
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Gestern wurde der Student Yao Jiaxin exekutiert. (siehe: Interessante Artikel-Thread)

Schon seit laengerem ist es in China ein trauriger Trend, nach dem Anfahren von Passanten diese zu toeten, um eventuelle Entschaedigungen und Renten an die Opfer zu umgehen. Nun hat es die Justiz endlich geschafft in dieser Sache ein Exempel zu statuieren.

Der Angeklagte Yao Jiaxin hatte in Xi'an eine junge Frau angefahren. Er stieg sofort aus und stach 8 mal auf die Frau ein, die noch am Unfallort verstarb.

Dieses Thema hat nun das Land erfasst und jeder disskutiert ueber die Umstaende und die Todesstrafe an sich.

Was meint ihr, welche Entwicklungen werden sich aus der Sache ergeben, oder verlaeuft sich die Sache wieder im Sand???

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 Betreff des Beitrags: Re: Die Hinrichtung des Studenten Yao Jaixin
BeitragVerfasst: 08.06.2011, 21:18 
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Wer scheisse baut, sollte dazu stehen. Jemanden anzufahren, ohne zu wissen, wie es der Person geht und sie deswegen umzubringen, ist mit Sicherheit nicht die Lösung sondern feige. Daher finde ich das strikte durchgreifen eigentlich ganz in Ordnung. Keiner hat das Recht, das Leben eines anderen Menschen zu beenden, schon gar nicht absichtlich. Auch ist es besser (bei wirklicher Nachweisbarkeit des Mordes), den Mörder hinzurichten, als ihn ein Leben lang wegzusprerren und Steuergelder zu verschlingen... Klar könnte man jetzt wieder die Diskussion starten, wer dem Staat das Recht gibt, diesen hinzurichten.. Jedoch sind solche Menschen, die andere Menschen töten, keine normale Menschen mehr, schon gar nicht wenn das ganze vorsätzlich passiert. Es sind "Mutanten" und da sollte der Staat schon eine Handhabe dagegen haben.

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 Betreff des Beitrags: Re: Die Hinrichtung des Studenten Yao Jaixin
BeitragVerfasst: 08.06.2011, 21:45 
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"Was meint ihr, welche Entwicklungen werden sich aus der Sache ergeben, oder verlaeuft sich die Sache wieder im Sand???"
nach "bai du" soll der Yao Jiaxin am vormittag 07.06.2011 schon hingerichtet worden sein.
http://baike.baidu.com/view/4800971.htm
Zum Recht!


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 Betreff des Beitrags: Re: Die Hinrichtung des Studenten Yao Jaixin
BeitragVerfasst: 08.06.2011, 22:19 
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TomTom hat geschrieben:
Keiner hat das Recht, das Leben eines anderen Menschen zu beenden,


TomTom hat geschrieben:
auch ist es besser (bei wirklicher Nachweisbarkeit des Mordes), den Mörder hinzurichten, als ihn ein Leben lang wegzusprerren und Steuergelder zu verschlingen.


Widerspricht sich irgendwie trotz des Nachsatzes:

TomTom hat geschrieben:
Klar könnte man jetzt wieder die Diskussion starten, wer dem Staat das Recht gibt, diesen hinzurichten.


Ich bin trotzdem für das ganz erste Zitat.....

Gruss

Haima


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 Betreff des Beitrags: Re: Die Hinrichtung des Studenten Yao Jaixin
BeitragVerfasst: 08.06.2011, 22:59 
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Viel schlimmer als die Todesstrafe finde ich hier die Umstände, die Menschen dazu treiben in so einer Situation einen Mord zu begehen, statt zu helfen.

Wenn das wirklich öfters passiert, stimmt ja was mit dem System nicht?!
Der Mörder ist in meinen Augen nicht nur Täter, sondern mal überspitzt ausgedrückt, auch Opfer des Systems. ( Bitte nicht Wort wörtlich nehmen, natürlich finde ich den Mord schlimm)

Sollte man hier nicht anfangen, staatl. Versicherungen einzuführen, bzw. auszubauen, das solche Schäden und Rentenansprüche vom Staat übernommen werden? Kenne mich leider nicht genug in der dortigen Politik aus, ist so etwas zum heutigen Zeitpunkt überhaupt realistisch in der Durchführung?


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 Betreff des Beitrags: Re: Die Hinrichtung des Studenten Yao Jaixin
BeitragVerfasst: 08.06.2011, 23:16 
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Schließe mich Andy_yi an. Bei den vielen Alltagsproblemen, die Chinesen in China schon haben und dem Leistungsdruck durch die Gesellschaft, ist es kaum verwunderlich, dass da Leute durchdrehen.

Würde eine Haftpflichtversicherung (in Deutschland Pflicht! Ohne zu fahren ist eine Straftat) dafür aufkommen, wäre der Mord sicherlich nicht passiert.

Ich bin grundsätzlich für Eigenverantwortung (in Deutschland wird mit Pflicht und Bürokratie ein bisschen übertrieben), aber an manchen Stellen macht ein gesellschaftlich gespanntes Netz wie die KFZ-Haftpflicht wirklich Sinn.

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 Betreff des Beitrags: Re: Die Hinrichtung des Studenten Yao Jaixin
BeitragVerfasst: 08.06.2011, 23:34 
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Hmm, ich würde das als einzelnen Fall betrachten und nicht zu einem allgemeinen gesellschaftlichen Phänomen in China hochspielen. Nicht jedes Unfallopfer wird dort erstochen, wenn es einen Zusammenprall überlebt hat!

Aber mal dazu (aus dem Thread Interessante Artikel):
sanctus hat geschrieben:
Das Urteil wird in China heiss debattiert und die Todesstrafe an sich gewinnt zunehmens Gegner.
Woraus schließt du darauf?
Ich habe die Diskussionen um den Fall im Internet übrigens nicht verfolgt.

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 Betreff des Beitrags: Re: Die Hinrichtung des Studenten Yao Jaixin
BeitragVerfasst: 09.06.2011, 00:06 
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TomTom hat geschrieben:
Jemanden anzufahren, ohne zu wissen, wie es der Person geht und sie deswegen umzubringen, ist mit Sicherheit nicht die Lösung sondern feige.

Feige ist es dann einfach wegzufahren (wobei ich das im Schock noch irgendwie nachvollziehen, aber nicht gutheißen kann), das Unfallopfer umzubringen ist - und da fällt mir kein anderes Wort ein - krank.

no1gizmo hat geschrieben:
Würde eine Haftpflichtversicherung (in Deutschland Pflicht! Ohne zu fahren ist eine Straftat) dafür aufkommen, wäre der Mord sicherlich nicht passiert.

Ich glaube daran liegt sowas nicht, denn es gibt auch in Deutschland keine generelle Haftpflichtpflicht. Auto ist was anderes, aber das meine ich nicht. Es reicht schon jemanden mit dem Fahrrad richtig umzufahren, um heftigen Personenschaden zu verursachen. Und trotzdem dürften solche Taten sehr selten sein - auch ohne Haftpflicht. Ich hab den Fall auch nicht weiter verfolgt, mir erscheint die Tat momentan eben krank und nicht Zeichen eines Systems, oder des Mangels daran, zu sein. Menschen, die so handeln, ticken komplett aus. Nur die Angst vor Zahlungen - puh, ob das wirklich als Grund ausreicht, in diesem Moment das Messer zu zücken und einen anderen Menschen umzubringen?

Vielleicht hat sanctus noch ein paar Informationen mehr, immerhin schreibt er:
sanctus hat geschrieben:
Schon seit laengerem ist es in China ein trauriger Trend, nach dem Anfahren von Passanten diese zu toeten, um eventuelle Entschaedigungen und Renten an die Opfer zu umgehen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Die Hinrichtung des Studenten Yao Jaixin
BeitragVerfasst: 09.06.2011, 00:23 
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laogai hat geschrieben:
Hmm, ich würde das als einzelnen Fall betrachten und nicht zu einem allgemeinen gesellschaftlichen Phänomen in China hochspielen. Nicht jedes Unfallopfer wird dort erstochen, wenn es einen Zusammenprall überlebt hat!


Man kann das nicht als einzelnen Fall betrachten. Möglich das deswegen nicht so oft gemordert wird, Fahrerflucht bei Unfällen hingegen ist ein gängiges Motiv und bei weitem keine Seltenheit in China. Auch die Ansicht lieber nicht zu helfen oder den Notarzt zu rufen, weil man hinterher für die Arztkosten aufkommen muss, ist durchaus gängig.

Ich würde also schon sagen das hier ein gesellschaftliches Problem vorliegt. Mord ist eher nur die Spitze des Eisberges.


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 Betreff des Beitrags: Re: Die Hinrichtung des Studenten Yao Jaixin
BeitragVerfasst: 09.06.2011, 00:42 
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Andy_yi hat geschrieben:
[...]Fahrerflucht bei Unfällen hingegen ist ein gängiges Motiv und bei weitem keine Seltenheit in China. Auch die Ansicht lieber nicht zu helfen oder den Notarzt zu rufen, weil man hinterher für die Arztkosten aufkommen muss, ist durchaus gängig.
Das stimmt und ist nicht neu oder gar "regimeabhängig", sondern leider recht verwurzelt in der chinesischen Gesellschaft.

Aber...
Andy_yi hat geschrieben:
Mord ist eher nur die Spitze des Eisberges.
... der vorliegende Fall ist keine Spitze des Eisbergs, sondern ein Sonderfall! Wir sollten nicht den gleichen Fehler begehen wie BigWolf, der von Einzelfällen auf die ganze Gesellschaft schließt :!:

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 Betreff des Beitrags: Re: Die Hinrichtung des Studenten Yao Jaixin
BeitragVerfasst: 09.06.2011, 00:49 
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laogai hat geschrieben:
Hmm, ich würde das als einzelnen Fall betrachten und nicht zu einem allgemeinen gesellschaftlichen Phänomen in China hochspielen. Nicht jedes Unfallopfer wird dort erstochen, wenn es einen Zusammenprall überlebt hat!

wobei in den CN-Medien derzeit "Aktionswoche" für böse böse Autofahrer ist ....
die im Suff oder anderer widriger Umstände Verkehrsunfälle mit Todesfolge verursacht haben.

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 Betreff des Beitrags: Re: Die Hinrichtung des Studenten Yao Jaixin
BeitragVerfasst: 09.06.2011, 01:14 
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happyfuture hat geschrieben:
wobei in den CN-Medien derzeit "Aktionswoche" für böse böse Autofahrer ist ....
die im Suff oder anderer widriger Umstände Verkehrsunfälle mit Todesfolge verursacht haben.
Mach aus der "Aktionswoche" mal ein "Aktionsjahrzehnt".

Der rasante Umstieg von 布鞋 nach 宝马 innerhalb weniger Jahre bringt natürlich Probleme mit sich, aber die enden nicht notwendigerweise mit erstochenen Unfallopfern. Nein, der vorliegende Fall hat nicht speziell mit dem Verkehr in China zu tun. Da spielen andere Faktoren eine weitaus entscheidendere Rolle.

BTW, 我爸是李刚 :(
Aber auch das ist wieder ein anderes Thema...

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 Betreff des Beitrags: Re: Die Hinrichtung des Studenten Yao Jaixin
BeitragVerfasst: 09.06.2011, 01:35 
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laogai hat geschrieben:
happyfuture hat geschrieben:
wobei in den CN-Medien derzeit "Aktionswoche" für böse böse Autofahrer ist ....
die im Suff oder anderer widriger Umstände Verkehrsunfälle mit Todesfolge verursacht haben.
Mach aus der "Aktionswoche" mal ein "Aktionsjahrzehnt".
Ich denke, dass Du im Prinzip meinen Begriff "Aktionswoche" verstanden hast - denn Aktionswochen sind wiederkehrend :wink:
Zitat:
Nein, der vorliegende Fall hat nicht speziell mit dem Verkehr in China zu tun. Da spielen andere Faktoren eine weitaus entscheidendere Rolle.
wobei dies in den CN-Medien - soweit ich dies subjektiv beurteilen kann - anders "verkauft" wird :!: :idea:

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 Betreff des Beitrags: Re: Die Hinrichtung des Studenten Yao Jaixin
BeitragVerfasst: 09.06.2011, 02:00 
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laogai hat geschrieben:
Das stimmt und ist nicht neu oder gar "regimeabhängig", sondern leider recht verwurzelt in der chinesischen Gesellschaft.


Das man zahlen muss wenn man Hilfe ruft ist doch ein Fakt? Und weil Ärzte und Operationen sehr teuer sind, überlegt man sich halt zwei mal ob man diese Bürde aufnehmen will oder überhaupt aufnehmen kann. Ich weiß nicht ob man hier von "verwurzelt" sprechen könnte. Das dieses Problem vor allem ein politisches ist - oder wie du sagst "regimeabhängig", liegt doch auf der Hand?

laogai hat geschrieben:
der vorliegende Fall ist keine Spitze des Eisbergs, sondern ein Sonderfall!


Wenn der Beweggrund des jungen Mannes wirklich die Verhinderung einer Zahlung an das Unfallopfer war, ist das doch kein Sonderfall sondern lediglich ein extremeres Ausmaß von dem, was sowieso tag täglich vorkommt ( Fahrerflucht, Verweigerung von Hilfeleistungen usw...).

Wenn du aber natürlich sagst

laogai hat geschrieben:
Nein, der vorliegende Fall hat nicht speziell mit dem Verkehr in China zu tun. Da spielen andere Faktoren eine weitaus entscheidendere Rolle.


Könntest du das vielleicht etwas erläutern. Sonst weiß ich leider gar nicht wo von du sprichst. Oder was 我爸是李刚 bedeutet :( ...


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 Betreff des Beitrags: Re: Die Hinrichtung des Studenten Yao Jaixin
BeitragVerfasst: 09.06.2011, 03:00 
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Richtig so - schade, dass es die Todesstrafe nicht weltweit gibt!

Das dies eine Diskussion in China pro/contra Todesstrafe ausgeloest hat stimmt eher nicht - das Gegenteil es gibt wohl kaum jemanden in China der dieses Urteil wegen heimtueckischstem und absolut miesestem Mord nicht begruesst.

Ruebe ab und Ruhe! Die Hinterbliebenen bekommen eine angemessene "Entschaedigung" (so doof das klingt) vom Staat. Sie sparen die Gefaengniskosten und haben ein Maul weniger auf Kosten der Allgemeinheit zu stopfen.


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