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 Betreff des Beitrags: Re: Skype-Verbot in China
BeitragVerfasst: 01.01.2011, 18:38 
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Ich hab' die chinesischen Polizisten und Soldaten eigentlich meist sehr freundlich und zuvorkommend erlebt - die wollen ja nicht per se einfach Ausländer andissen. Wenn man den Jungs von der Polizei nicht das Leben schwer macht, machen die's einem auch nicht. Ist wie bei uns...

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 Betreff des Beitrags: Re: Skype-Verbot in China
BeitragVerfasst: 01.01.2011, 18:47 
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Zitat:
For purpose of this Law, surveying and mapping include the activities conducted to determine, collect and formulate the key elements of physical geography or the shapes, sizes, space positions, attributes, etc. of man-made surface installations, as well as to process and provide the data, information and results gained therefrom.


Zitat:
 Article 7 Foreign organizations or individuals that wish to conduct surveying and mapping in the territorial air, land or waters, as well as other sea areas under the jurisdiction of the People's Republic of China shall be subject to approval by the administrative department for surveying and mapping under the State Council and the competent department for surveying and mapping of the army, and they shall observe the provisions of relevant laws and administrative rules and regulations of the People's Republic of China.


Wenn ich meinen aktuellen Standort herausfinden will "determine .... of physical location", wenn der aktuelle Standort ein menschlich gemachtes Objekt ist (Beispiel: Wanderweg), dann betreibe ich "surveying and mapping". Wenn ich diese Photos dann noch meinen Eltern später zeige, dann betreibe ich "provide the data".

Wenn ich ein Photo mache, auf dem irgend ein menschlich gemachtes Objekt sichtbar ist, und ein Geotag hinzufüge, dann betreibe ich "surveying and mapping" und muss das vorher registrieren.

Jetzt sagst Du mir noch, auf welche andere sinnvolle Art und Weise ich mein GPS nutzen kann, ohne mich registrieren zu müssen, Laogai.

Ansonsten ist aber auch mir klar, dass sich im täglichen Leben kein Polizist für mein GPS in Handy oder Photokamera wirklich interessiert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Skype-Verbot in China
BeitragVerfasst: 01.01.2011, 19:47 
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Hendrik hat geschrieben:
Wenn ich ein Photo mache, auf dem irgend ein menschlich gemachtes Objekt sichtbar ist, und ein Geotag hinzufüge, dann betreibe ich "surveying and mapping" und muss das vorher registrieren.


Wäre jetzt nur noch spanend herauszufinden, ob Personen drauf sein dürfen, handelt es sich hierbei um "von Menschen" (also den Eltern) "gemachte Gegenstände"? Oder ist das juristisch ganz was anderes?

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 Betreff des Beitrags: Re: Skype-Verbot in China
BeitragVerfasst: 01.01.2011, 23:32 
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Hendrik hat geschrieben:
Jetzt sagst Du mir noch, auf welche andere sinnvolle Art und Weise ich mein GPS nutzen kann, ohne mich registrieren zu müssen, Laogai.
Ganz simpel: um von A nach B zu navigieren. Dazu sind die Geräte ja in erster Linie gedacht. Und das ist in China nicht verboten, auch nicht für Ausländer :P. Ich hatte bereits diesen Blogeintrag verlinkt. Ausländer dürfen also nicht nur GPS-Empfänger in China benutzen, sondern diese auch dort kaufen und verwenden.

Außerdem habe ich mal das Web nach dem Artikel der South China Morning Post durchforstet, auf den sich Telecom Asia angeblich bezieht, bin aber leider nicht fündig geworden. Für sachdienliche Hinweise zur Ergreifung dieses Artikels wäre ich sehr dankbar :wink:. Stattdessen habe ich jedoch den Artikel Road trips in rural China der SCMP gefunden...

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 Betreff des Beitrags: Re: Skype-Verbot in China
BeitragVerfasst: 02.01.2011, 09:56 
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Für mich kann ich schlussendlich festhalten, dass es ein Gesetzt gibt, das genau das verbietet, aber sich absolut niemand daran hält und sich niemand dafür interessiert. Man muss sich aber im klaren darüber sein, dass dies im Extremfall ein Joker der Chinesischen Behörden sein könnte.

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 Betreff des Beitrags: Re: Skype-Verbot in China
BeitragVerfasst: 02.01.2011, 13:56 
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Ich glaube nicht, dass sich China langristig mit den ständigen Markteingriffen besser stellen wird. Immer mehr versucht China sich gegen ausländische Konkurrenz abzuschotten aber selber profitieren sie mit einem großen Handelsüberschuss von den global agierenden Märkten. Ein Abschalten von Skype, um eigene Unternehmen zu schützen, wird sich durch die fehlende Rechtsicherheit nicht ewig als klug erweisen. Die Erfahrungen zeigen, dass wirtschaftlicher Wohlstand und Investitionen in geregelten und zuverlässigen Märkten beständiger sind.

Zudem ist es fraglich wie lange die Chinesen die Unterdrückung ertragen werden. In der Bevölkerung wächst die Kritik und auch international isoliert sich China mit solchen Verboten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Skype-Verbot in China
BeitragVerfasst: 02.01.2011, 15:19 
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Der Hauptpunkt ist, dass China mit seinem Handelsüberschuss defacto gratis für ausländische Firmen (besonders amerikanische) arbeitet: Sie ermöglichen den Handelsüberschuss nicht über Privatinvestitionen, sondern über eine Unterbewertung des Yuans, sodass die Zentralbank immer mehr ausländische Währungsreserven besitzt, die sich aber ständig abwerten. Die Schulden der Amis und diverser europäischer Staaten (wie Griechenland) werden also zu einem guten Teil von China bezahlt. Die chinesischen Politiker können sich derweil mit grossartigen Resultaten brüsten, die westlichen Politiker können mit aktivem Interventionismus ihr "Können" demonstrieren und die Wirtschaft "retten" - und am Ende bezahlen es die, die es nicht merken: die Arbeiter. In China das gesamte Volk (über diverse Asset-Bubbles, besonders die Immobilienblase), bei uns vorallem unqualifizierte Arbeitskräfte, die mit den chinesischen Arbeitern konkurrieren müssen.

That's life: Die Elite legt die Arbeiterschaft auf's Kreuz. So war es und so wird es immer sein. Angenehmer Nebeneffekt ist aber: Fortschritt. Denn die Leistung, die die Arbeiter nicht konsumieren, wird grösstenteils investiert - und Investitionen führen, wenn sie sich auszahlen sollen, zwingend auch zu Entwicklung - und zu Fortschritt. Und dank dem Fortschritt geht es allen immer besser...

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 Betreff des Beitrags: Re: Skype-Verbot in China
BeitragVerfasst: 02.01.2011, 15:47 
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Durch die Investitionen in Fortschritt und Entwicklung geht es wirklich allen besser. Viele der heutigen chinesischen Mittelschicht hatten vor 10 Jahren eine geringere Lebensqualität. Diese Entwicklung wird sich weiter vestetigen und der Vermögenszuwachs der Chinesen wird zunehmen. Davon profitieren auch die Arbeitnehmer. Allerings ist diese Entwicklung unter anderem auf ausländische Investitionen in der chinesischen Markt zurückzuführen. Nun kann es aber nicht sein, dass China durch die Exporte ein jährliches Wachstum von ca. 10% erwirtschaftet aber andere Länder nicht an der Entwicklung partizipieren lässt. In jedem markoökonomischen Lehrbuch ist nachzulesen, dass so keine effiziente und langfristige Arbeitsteilung mit konstantem Wachstum aussehen kann. China sollte sich durchaus über das Wachstum freuen und durch Weiterentwicklung einen guten Anteil des Marktes erschießen. Bei Protagonismus wird aber auch das chinesische Wachstum an seine Grenzen kommen. Wie hat Deutschland reagiert, als die Chinesen die Solarindustrie unglaublich subventioniert hat (wettbewerbsverzerrungen in kauf nahmen) und den chinesischen Unternehmen (erst durch Nachahmung statt Forschung& Entwicklung) beim Weltmarktführer Deutschland vorbeigezogen sind? Es wurde angeprangert aber man hat in Deutschland/Europa/USA keine Exportverbote für chinesische Solarunternehmen ausgesprochen und guckt man sich den Markt heute an, ist festzustellen, dass deutsche Unternehmen wegen der Konkurrenz aus Asien immer größere Probleme haben und Marktanteile einbüßen. Ok, das ist freie Arbeitsteilung und eine Frage der Lohnkosten. Mittlerweile hat China bei den Soloartechnologien einen Produktionsvorteil und setzt große Mengen auf dem europäischen Markt um. Die Marktwirtschaft ist aber keine Einbahnstraße! Es kann nicht sein, dass China in Europa ihre zb Solarzellen verkaufen möchte aber den Telefonmarkt oder andere Märkte durch Verbote wie zb bei Skype schützt. Bei diesen protagonistischen Tendenzen provoziert man Reaktionen der Europäer und der USA und die Arbeitsteilung kommt in Gefahr. Eine Folge wäre ein Einbruch der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und des Wohlstandes.


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 Betreff des Beitrags: Re: Skype-Verbot in China
BeitragVerfasst: 08.01.2011, 05:56 
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China setzt Skype-Verbot doch nicht um

War doch klar ! - obwohl die Begründung in dem Golem Beitrag eher Zweifelhaft ist ;) !


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 Betreff des Beitrags: Re: Skype-Verbot in China
BeitragVerfasst: 08.01.2011, 10:44 
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Nicht nur in Deutschland werden Geldkoffer mit grossen Summen von Leuten vergessen, die dann von anderen Leuten gefunden werden, die das gefundene Geld dann wiederum wieder vergessen. :-)


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 Betreff des Beitrags: Re: Skype-Verbot in China
BeitragVerfasst: 08.01.2011, 11:03 
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Zitat:
Es kann nicht sein, dass China in Europa ihre zb Solarzellen verkaufen möchte aber den Telefonmarkt oder andere Märkte durch Verbote wie zb bei Skype schützt. Bei diesen protagonistischen Tendenzen provoziert man Reaktionen der Europäer und der USA und die Arbeitsteilung kommt in Gefahr. Eine Folge wäre ein Einbruch der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und des Wohlstandes.


Wenn man protektionistische Massnahmen aber genauer anschaut, dann sieht man, dass sich ein Land mit ihnen immer schlechter stellt. China verliert, wenn es die Solarindustrie subventioniert. Es gewinnt zwar in der Solarindustrie, verliert aber dafür überall sonst. Es gibt nur eine Möglichkeit, wie man mit Protektionismus gewinnnen kann: wenn man den Markt dominiert. Der einzige volkswirtschaftlich erträgliche protektionistische Einsatz der chinesischen Regierung ist also, die Seltenerdexporte zu senken, da das Land diesen Markt dominiert. Bei allen anderen Massnahmen, besonders bei den Exportsubventionen (wozu auch der Yuan-Kurs zählt), verliert China.

Das ist auch empirisch nachweisbar: einerseits finanziert China die ausländsichen Regierungen, da es praktisch unbeschränkt Währungen kaufen muss (siehe oben). Andererseits bleibt nur knapp die Hälfte der in China erwirtschafteten Gewinne in China, der Rest fliesst ins Ausland. Von den 5 Billionen US-Dollar BIP, die China jährlich erwirtschaftet, gehören 2,6 ausländischen Investoren.

Die Politiker in den USA und Europa weinen mit ihrer Anti-China-Rhetorik also Krokodilstränen. Gerade in den USA dient China als Sündenbock - so müssen die US-Politiker nicht die Verantwortung für die von ihnen verursachte Finanzkrise und die weiter anhaltenden Folgen derselben tragen.

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