báitù hat geschrieben:
Wenn ich mal als Beispiel heranziehe, dass meine Frau ihren Freundes- und Bekanntenkreis zu 90 % aus Chinesinnen generiert, frage ich mich schon, was da eventuell falsch gelaufen ist.
Naja, wenn es sich um bessere Integration in der deutschen Gesellschaft geht, dann ist das sicherlich nicht wirklich fördernd.
Aber es ist auch verständlich, dass man gerade in einem fremden Land gerne Landsleute trifft, die vielleicht sehr viele ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Das machen die meisten Deutschen in China ja auch nicht anders. Die Frage ist natürlich, ob man das Verhalten als "falsch" oder "richtig" definieren kann. Ich denke, wenn man mit sich selbst und die Situation in dem fremden neuen Heimat zufrieden ist, dann muss man sich nicht zwangshaft integrieren. Aber in längerer Hinsicht könnte es zu größeren Problemen führen, da eine Einwanderung immer mit dem Ziel vorausgesetzt ist, dass man sich irgendwann mal in der "neuen" Heimat wirklich heimisch fühlen kann. Wenn man sich nicht integrieren lässt, dann wird man immer der Fremde bleiben und die Sehnsucht nach der vertrauten Welt wird mit der Zeit kontinuierlich wachsen. Es wird auch zu Auseinandersetzungen in der Ehe führen.
Daher rate ich Dir, dass Du Deine Frau häufiger ausführen solltest und auch fortwährend Deine Welt (Freundeskreis, Freizeitbeschäftigung und kulurelles...) ihr nahebringen solltest.
báitù hat geschrieben:
Folgende These sei zur Diskussion gestellt:
Der Chinese integriert sich wirtschaftlich recht schnell, aber sozio-kulturell oft so gut wie gar nicht.
Das ist auf jeden Fall eine Verallgemeinerung, die nicht auf alle chinesische Einwanderer gemünzt werden kann. Das trifft mich schonmal gar nicht zu und bei devurandom wohl auch nicht. Aber entsprechend kenne ich hier auch kaum Chinesen und ob das richtig oder falsch sei, ist wieder eine ganz andere Frage.
báitù hat geschrieben:
laogai hat geschrieben:
Du interpretierst mich falsch und die Ausschreitungen in Indonesien haben nicht stattgefunden, weil sich Chinesen nicht integriert haben. Da ging es um Futterneid und ein Sündenbock wurde gesucht.
Also wenn eine Bevölkerungsgruppe (Minderheit!) wirtschaftlich die Fäden in den Händen hält und die andere (zufällig anderer Nation) in die Röhre schaut, dann hältst du dies für eine gut integrierte und gut integrierende Gemeinschaft?
Wieso dürfen Chinesen z. B. in Malaysia keine Jobs im Staatsdienst übernehmen?
Was soll das mit den Juden? Kommt als nächstes die Christenverfolgung in Rom?
Naja, dann wäre natürlich die Frage, was mit der Definition von Integration gemeint ist. Ist es die Durchmischung der Bevölkerungsgruppen, so dass es kaum noch Unterscheidung kulturell und ethnisch zu erkennen ist? (Assimilation) So wie bei der Definition von "Deutschen" gemeint, obwohl sie ursprünglich mal ganz verschidenen Volkgruppen angehörten? Oder reden wir nur über die Zuwanderung, wo der kulturelle Unterschied bzw. auch das Aussehen des Einwanderers definitiv noch sehr stark von den einheimischen Bevölkerung unterscheidet. In Indonesien und Malaysia kann man, meiner Meinung nach, deswegen nicht von Integrationsproblem reden, weil die betroffene Bevölkerung chinesicher Abstammung bereits sehr lange eingewandelt sind. Es ist in dem Sinne eine Minderheit in der eigenen Gesellschaft und die Übergriffe gegenüber eine solche Volksgruppe kann man tatsächlich in etwa mit der Judenverfolgung in Nazideutschland vergleichen. Auch da verfolgte man die eigenene Bevölkerung jüdischen Glaubens. Oder kann man es natürlich auch mit der Unterdrückung von Tibeter in China vergleichen, wenn man unbedingt ein aktuelles Beispiel nehmen möchte. Wenn ein Land eine bestimmte Bevölkerungsgruppe innerhalb der eigenen Bevölkerung die Verwendung von eigener Sprache verbietet, dann ist es für mich keine Bemühung zu besserer Integration, sondern eine eindeutige Diskriminierung. Die einzige Möglichkeit, ein solsches ethnisches Problem zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen aufzuheben, wie Du mit Indonesien und Malaysia anführst, lautet die Assimilation. Aber das bedeutet auch die absolute Angleichung von Kultur, Sprache, Identität und den äußeren Merkmalen und der Verlust von ethnischer Vielfalt. Es ist auch die Frage, ob eine zwangshafte Assimilation von Minderheiten unter dem Motto "bessere Integration" wirklich bestrebenswert ist, denn gerade in Tibet und in XinJiang prakziert die chinesische Regierung ein solches Vorhaben.