happyfuture hat geschrieben:
Marco73 hat geschrieben:
das buch " carl weter´s educational law " ?? ich weiss nicht warum aber meine frau ist da total drauf abgeflogen,
Hallo Marco,
ich selber habe das Buch nicht gelesen, jedoch habe ich mal recherschiert:
amazon.cn (siehe Rezensionen!)
langlangIch habe meine Frau befragt und ja, sie hat dieses Buch gelesen, welches in D so gut wie unbekannt ist (habe lediglich englische Übersetzungen gefunden). Wir haben uns darauf "geeinigt", dass die Chinesen wohl gerne etwas lobpreisen, wenn es ihrem Wunschdenken entspricht. Eine kritische Betrachtungweise, so wie wir sie in Mitteleuropa erlernt haben, gibt es nicht. Von daher ist es m.E. der Durchschnittschinese recht einfach zu manipulieren, da er etwas annimmt (wie in diesem Fall die Message aus dem Buch) oder kritiklos ablehnt (was hier nicht der Fall zu sein scheint). Bleiben für mich letztlich 2 Fragen offen:
1. Warum wird das Buch in D nicht publiziert bzw. ist weitestgehend unbekannt?
2. Ist die Übersetzung ins Chinesische Originalgetreu oder dient hier "made in Germany" als Zugpferd?
Das Buch von Karl Gottfried Witte "Karl Witte oder Erziehungs- und Bildungsgeschichte desselben (2 Bände, 1819)" wirst Du in Universitätsbibliotheken durchaus noch finden. Der Pfarrer und Pädagoge Witte schildert darin die Erziehung seines hochbegabten Sohnes, der mit 12 Jahren promoviert hat. Es gibt eine kommentierte, auszugsweise Neupublikation von 1973: Heinz-Rolf Lückert, Karl Gottfried Witte, Dokumente einer vorschulischen Begabungsförderung : ein Beispiel moderner Erziehung zu Beginn d. 19. Jahrhunderts , ISBN3-442-09510-7, Goldmann Psychologie Pädagogik Bd. 9510 . Das war kein Bestseller, es dürfte noch antiquarisch zu bekommen sein.
Ich habe da vor langer Zeit mal einen Blick reingeworfen, also ich hätte meine Kinder nicht so erzogen, ok, die haben allerdings auch nicht mit 10 Abitur gemacht und mit 12 promoviert. Kritik gab es schon im 19. Jahrhundert. Positiv kann man sagen, dass man gewiss Begabungen früh fördern sollte. Dafür braucht es aber nicht unbedingt die Methoden eines Pfarrers aus dem vorletzten Jahrhundert.
Gruss, a^2
P.S.: Der Erfolg in China und teilweise wohl auch Japan dürfte als Analogon des Erfolgs "östlicher Weisheit", also asiatischer Philosophie und orientalisierender Esoterik im Westen gesehen werden können. Ist halt weit weg und sehr exotisch.