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 Betreff des Beitrags: Re: kennt einer von euch
BeitragVerfasst: 28.08.2010, 04:05 
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Das die Chinesen jetzt gehorsamer wären, ist mir so auch nicht aufgefallen. Denn, wie auch schon zuvor jemand meinte: Dem geschriebenen Wort gegenüber sehen sich Chinesen meiner persönlichen Meinung nach eher selten bis überhaupt nicht gebunden. Papier ist halt geduldig. Wichtiger ist in China da doch wohl noch die Abmachung per Wort und Handschlag oder ähnlich. Soweit meine subjektive Beobachtung.

Was hier als Gefolgsamkeit interpretiert wurde, würde ich eher als Leidensfähigkeit bezeichnen. Chinesen sind es aufgrund ihrer doch weitgehend traurigen Vergangenheit gewohnt sehr viel und auch Schlimmes zu ertragen. Man muss sich mal nur die ganzen Katastrophen der letzten 200 Jahre anschauen. Ob diese Leidensfähigkeit auf den Konfuzianismus zurückgeht, wage ich mal spontan zu bezweifeln, als jemand, der sich mit Konfuzianismus auseinandergesetzt hat. Für diese Leidenfähigkeit mache ich da dann doch eher den Buddhismus verantwortlich, denn auch wenn sich Chinesen allgemein als areligiös sehen, entdecke ich doch immer sehr viele Affinitäten zum Buddhismus, dass dieser wohl doch im Hintergrund immer noch eine starke gesellschaftliche Kraft darstellt und seine Wirkung nicht verfehlt.

Was das Aufbegehren der Kinder und Eltern betrifft spielt da wohl noch die kindliche Pietät eine Rolle, die zwar im Konfuzianismus eine sehr wichtig Stellung inne hat, aber nicht explizit konfuzianisch ist (so findet sich dieses Konzept, mit Ausnahme des Daoismus, in nahezu allen chinesischen philosophischen Schulen wieder), dass die Kinder hier nicht wirklich zu "Revoluzzern" heranwachsen. Zu sehr ist da einfach noch der Respekt vor dem Alter verwurzelt, den man bei uns schon fast zu Grabe getragen hat.

Es wird aber auch auf eine ganz andere praktische Art und Weise möglichen Revoluzzern der Wind aus den Segeln genommen: Warum sollte man gegen eine Erfolgsgeschichte aufbegehren wollen? China legt seit nunmehr 20 Jahren eine beispiellose Entwicklung hin, da wäre man ja blöd würde man sich dagegen stellen. Also springen alle hier auf den Zug auf, um etwas vom fetten Kuchen abzubekommen. Revolution? Warum? Wozu? Wofür? Läuft doch auch so prima...

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 Betreff des Beitrags: Re: kennt einer von euch
BeitragVerfasst: 28.08.2010, 04:59 
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Marco73 hat geschrieben:
das buch " carl weter´s educational law " ?? ich weiss nicht warum aber meine frau ist da total drauf abgeflogen,

Hallo Marco,

ich selber habe das Buch nicht gelesen, jedoch habe ich mal recherschiert:

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amazon.cn (siehe Rezensionen!)

langlang

Ich habe meine Frau befragt und ja, sie hat dieses Buch gelesen, welches in D so gut wie unbekannt ist (habe lediglich englische Übersetzungen gefunden). Wir haben uns darauf "geeinigt", dass die Chinesen wohl gerne etwas lobpreisen, wenn es ihrem Wunschdenken entspricht. Eine kritische Betrachtungweise, so wie wir sie in Mitteleuropa erlernt haben, gibt es nicht. Von daher ist es m.E. der Durchschnittschinese recht einfach zu manipulieren, da er etwas annimmt (wie in diesem Fall die Message aus dem Buch) oder kritiklos ablehnt (was hier nicht der Fall zu sein scheint). Bleiben für mich letztlich 2 Fragen offen:

1. Warum wird das Buch in D nicht publiziert bzw. ist weitestgehend unbekannt?
2. Ist die Übersetzung ins Chinesische Originalgetreu oder dient hier "made in Germany" als Zugpferd?

@RT,
recht nett was Du da alles so schreibst, jedoch kann ich keinen Zusammenhang erkennen, was das mit dem Buch zu tun haben soll. Hast Du das Buch gelesen?

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 Betreff des Beitrags: Re: kennt einer von euch
BeitragVerfasst: 28.08.2010, 05:14 
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Zitat:
"This Karl Weter's book was used by one Chinese mother who wrote "Harvard Girl" in Chinese. She followed Karl Weter's principle "

sieht so aus, als würden nicht nur Chinesen darauf abfahren

Kann mir gut vorstellen, warum das in Deutschland nie so angekommen ist. Deutsche Eltern lassen sich weniger gern vorschreiben, wie sie ihr Kind zu erziehen haben.

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 Betreff des Beitrags: Re: kennt einer von euch
BeitragVerfasst: 28.08.2010, 05:28 
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happyfuture hat geschrieben:
... Warum wird das Buch in D nicht publiziert bzw. ist weitestgehend unbekannt? ...
Ich denke, für "sowas" gibt es in D z.Z. keinen Markt. Bücher, wie z.B. von A. S. Neill hatten Millionenauflagen. Im Moment redet man beim Thema Bildung zudem wohl mehr über Kosten, denn über Inhalte.


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 Betreff des Beitrags: Re: kennt einer von euch
BeitragVerfasst: 28.08.2010, 05:36 
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Taiyang hat geschrieben:
Kann mir gut vorstellen, warum das in Deutschland nie so angekommen ist. Deutsche Eltern lassen sich weniger gern vorschreiben, wie sie ihr Kind zu erziehen haben.
Dafür gibt es jedoch unzählige Deutsche "Fachliteratur", insbesondere was anti-autoritäre Erziehung angeht!

Zwei "deutsche" Buchbeispiele, wovon ich ausgehe, dass diese Bücher in China keine Chance haben

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@Mathias, ich sehe genau wie Du die absolut unterschiedlichen Ansprüche der Eltern in China und D (und was dadurch gefragt ist) :wink:

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 Betreff des Beitrags: Re: kennt einer von euch
BeitragVerfasst: 28.08.2010, 05:40 
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um einigen Missverständnissen entgegenzutreten:

Ich meinte nicht, dass die Asiaten grundsätzlich "gehorsamer" wären als wir. Im Bezug auf Vorschriften ist das bestimmt nicht so, wie vorher auch schon gesagt wurde.

Ich meinte eher, die gesellschaftlichen Gegebenheiten (gesamtgesellschaftlich, nicht im Bezug auf das persönliche Umfeld) werden generell als gegeben hingenommen. Auch sprach ich nicht vornehmlich von China, denn in China ist die Entwicklung noch zu "jung", als dass man wirklich langfristige Beobachtungen machen oder Schlüsse ziehen könnte.


Ich meinte eher, dass hier eine übertriebene Haltung bald ins Gegenteil umschlägt. Ein Beispiel ist die jüngere Vergangenheit.

Nach dem Krieg wurden hier Werte wie "Wohlanständigkeit", Sauberkeit, Fleiß sehr hoch gehalten, verbunden mit einem Rückzug ins Private und einem Genuss des neu erworbenen Luxus und mit allen negativen Konsequenzen, die eine solche Haltung hatte.
Und schon bald kamen die 68-er, die gegen eben jenes "satt-sauber-desinteressiert"-Bürgertum aufbegehrten.

In Ländern wie Japan und Singapur wird schon jahrzehntelang dieser extreme Druck in Beruf und Studium praktiziert, verbunden mit einem starken Konkurrenzkampf (auch Südkorea, über einen kürzeren Zeitraum). Und das, obwohl die Leute gar nicht mehr so schwer arbeiten müssten, um zu überleben. Da frage ich mich eben, wieso das so hingenommen wird.
Einige Erklärungen sind schon angeklungen (hierarchische Struktur des eigenen gesellschaftlichen Umfelds, allgemein Konfuzianismus bzw. Buddhismus), aber ich bezweifle, dass das als Erklärung ausreicht.


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 Betreff des Beitrags: Re: kennt einer von euch
BeitragVerfasst: 28.08.2010, 05:46 
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happyfuture hat geschrieben:
Dafür gibt es jedoch unzählige Deutsche "Fachliteratur", insbesondere was anti-autoritäre Erziehung angeht!


Mag sein, aber ich glaube, die Anfälligkeit deutscher Eltern dafür einem Ratgeber zu folgen um das Kind auch auf eine Eliteuniversität zu kriegen, ist weitaus geringer.

Ich kenne relativ viele junge Eltern in Deutschland (die meisten aus meiner Abschlussklasse, haha), von denen die meisten in ihrer Erziehung eher einen Mix aus Ratgeber und eigenen Erfahrungen/Ansichten verfolgen.
Bei Chinesen (und z.B. auch Japanern) sehe ich das eher so, dass in deren Kindheit schon eher weniger propagiert wurde, eine eigene Meinung zu haben bzw. Dinge abweichend von der Tradition zu machen, sondern lieber festgesetzten Regeln und Erziehungsmustern zu folgen. Also ist es für mich logischer, dass sie dann eher einem Ratgeber folgen, wo der Weg zum Erfolg genauestens aufgeschrieben ist, als sich selber Gedanken zu machen.

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 Betreff des Beitrags: Re: kennt einer von euch
BeitragVerfasst: 28.08.2010, 05:53 
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Taiyang hat geschrieben:
happyfuture hat geschrieben:
Dafür gibt es jedoch unzählige Deutsche "Fachliteratur", insbesondere was anti-autoritäre Erziehung angeht!

Mag sein, aber ich glaube, die Anfälligkeit deutscher Eltern dafür einem Ratgeber zu folgen um das Kind auch auf eine Eliteuniversität zu kriegen, ist weitaus geringer.

Ich kenne relativ viele junge Eltern in Deutschland (die meisten aus meiner Abschlussklasse, haha), von denen die meisten in ihrer Erziehung eher einen Mix aus Ratgeber und eigenen Erfahrungen/Ansichten verfolgen.
Bei Chinesen (und z.B. auch Japanern) sehe ich das eher so, dass in deren Kindheit schon eher weniger propagiert wurde, eine eigene Meinung zu haben bzw. Dinge abweichend von der Tradition zu machen, sondern lieber festgesetzten Regeln und Erziehungsmustern zu folgen. Also ist es für mich logischer, dass sie dann eher einem Ratgeber folgen, wo der Weg zum Erfolg genauestens aufgeschrieben ist, als sich selber Gedanken zu machen.

Nichts anderes wollte und habe ich zum Ausdruck gebracht! (Zustimmung!)

Daher auch meine Vermutung, dass die oben genannten D-Bücher als "Ratgeber" in China oder Japan aktuell keine Chance haben. Ich lehn mich mal aus dem Fenster und behaupte, dass sich diese Einstellung mit der heranwachsenden Generation ganz schnell ändern wird. :wink:

Wie würdet Ihr denn aktuell den allgemeinen Erziehungsstil in China beschreiben?

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 Betreff des Beitrags: Re: kennt einer von euch
BeitragVerfasst: 28.08.2010, 06:38 
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happyfuture hat geschrieben:
@RT,
recht nett was Du da alles so schreibst, jedoch kann ich keinen Zusammenhang erkennen, was das mit dem Buch zu tun haben soll. Hast Du das Buch gelesen?


Ich kenne das Buch nicht und beziehe mich auch nicht inhaltlich darauf, sondern gehe ich auf Kommentare der User Bernhard und Beowulf ein, die diesen Diskussionsfaden aufgetan hatten.

@ Happy

Angesichts des "Kinderelends" an unserer Schule würde ich jetzt mal sagen, weder noch...sondern chinesische Kindererziehung ist einfach nur katastrophal! :wink:

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 Betreff des Beitrags: Re: kennt einer von euch
BeitragVerfasst: 28.08.2010, 07:29 
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RoyalTramp hat geschrieben:
Angesichts des "Kinderelends" an unserer Schule würde ich jetzt mal sagen, weder noch...sondern chinesische Kindererziehung ist einfach nur katastrophal! :wink:
Wenn es nicht zu sehr OT zur eigentlichen Frage ist (oder neuen Thread aufmachen):

Könntest Du deine Erfahrungen bezüglich Erziehung an chinesischen Schulen näher beschreiben?

Das Thema interessiert mich persönlich sehr, da ich quasi einen "Stiefsohn" habe, den ich "zwangsweise" (im positiven Sinne) miterziehen darf.

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 Betreff des Beitrags: Re: kennt einer von euch
BeitragVerfasst: 28.08.2010, 08:53 
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happyfuture hat geschrieben:
Marco73 hat geschrieben:
das buch " carl weter´s educational law " ?? ich weiss nicht warum aber meine frau ist da total drauf abgeflogen,

Hallo Marco,

ich selber habe das Buch nicht gelesen, jedoch habe ich mal recherschiert:

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langlang

Ich habe meine Frau befragt und ja, sie hat dieses Buch gelesen, welches in D so gut wie unbekannt ist (habe lediglich englische Übersetzungen gefunden). Wir haben uns darauf "geeinigt", dass die Chinesen wohl gerne etwas lobpreisen, wenn es ihrem Wunschdenken entspricht. Eine kritische Betrachtungweise, so wie wir sie in Mitteleuropa erlernt haben, gibt es nicht. Von daher ist es m.E. der Durchschnittschinese recht einfach zu manipulieren, da er etwas annimmt (wie in diesem Fall die Message aus dem Buch) oder kritiklos ablehnt (was hier nicht der Fall zu sein scheint). Bleiben für mich letztlich 2 Fragen offen:

1. Warum wird das Buch in D nicht publiziert bzw. ist weitestgehend unbekannt?
2. Ist die Übersetzung ins Chinesische Originalgetreu oder dient hier "made in Germany" als Zugpferd?


Das Buch von Karl Gottfried Witte "Karl Witte oder Erziehungs- und Bildungsgeschichte desselben (2 Bände, 1819)" wirst Du in Universitätsbibliotheken durchaus noch finden. Der Pfarrer und Pädagoge Witte schildert darin die Erziehung seines hochbegabten Sohnes, der mit 12 Jahren promoviert hat. Es gibt eine kommentierte, auszugsweise Neupublikation von 1973: Heinz-Rolf Lückert, Karl Gottfried Witte, Dokumente einer vorschulischen Begabungsförderung : ein Beispiel moderner Erziehung zu Beginn d. 19. Jahrhunderts , ISBN3-442-09510-7, Goldmann Psychologie Pädagogik Bd. 9510 . Das war kein Bestseller, es dürfte noch antiquarisch zu bekommen sein.

Ich habe da vor langer Zeit mal einen Blick reingeworfen, also ich hätte meine Kinder nicht so erzogen, ok, die haben allerdings auch nicht mit 10 Abitur gemacht und mit 12 promoviert. Kritik gab es schon im 19. Jahrhundert. Positiv kann man sagen, dass man gewiss Begabungen früh fördern sollte. Dafür braucht es aber nicht unbedingt die Methoden eines Pfarrers aus dem vorletzten Jahrhundert.

Gruss, a^2

P.S.: Der Erfolg in China und teilweise wohl auch Japan dürfte als Analogon des Erfolgs "östlicher Weisheit", also asiatischer Philosophie und orientalisierender Esoterik im Westen gesehen werden können. Ist halt weit weg und sehr exotisch.


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 Betreff des Beitrags: Re: kennt einer von euch
BeitragVerfasst: 28.08.2010, 09:32 
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Zitat:
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Hmm - Deutsche scheinen eine Tendenz zwischen permissiv und vernachlässigend zu schwanken und Chinesen zwischen autoritativ und autoritär. Aber das ist mir einfach zu vereinfachend, da es genug Aspekte, Umstände gibt in denen chinesische Eltern permissiver sind als Deutsche und Deutsche bei anderen autoritärer etc. Hier fehlt mir also wieder ein klar definierter Punkt für eine FF. So zum Beispiel sind Chinesen permissiver als Deutsche was die Gewaltdarstellung in Fernsehprogrammen betrifft? :lol:


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 Betreff des Beitrags: Re: kennt einer von euch
BeitragVerfasst: 28.08.2010, 15:22 
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happyfuture hat geschrieben:
Könntest Du deine Erfahrungen bezüglich Erziehung an chinesischen Schulen näher beschreiben?


Ich habe nur Gesehenes an unserer Schule zu bieten, und da kippen die Kinder manchmal vor lauter Übermüdung fast von den Stühlen. Und die meisten Eltern sind immer dabei, und bewachen die Schulflure, damit ja kein Kind auf die Idee kommt, vielleicht mal zur Toilette zu gehen.

-> stark übertrieben dargestellt, aber sehr nah an der Realität in unseren Kinderkursen heran.

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 Betreff des Beitrags: Re: kennt einer von euch
BeitragVerfasst: 31.08.2010, 18:28 
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RoyalTramp hat geschrieben:
Wichtiger ist in China da doch wohl noch die Abmachung per Wort und Handschlag oder ähnlich. Soweit meine subjektive Beobachtung.

Tja, da habe ich genau gegenteilige Erfahrungen gemacht. Ist mir schon mehrmals passiert, daß man sich mündlich geeinigt hatte & die chinesische Seite später nix mehr davon wissen wollte. Sowohl im Job als auch beim Einkauf schon vorgekommen.

Zitat:
Warum sollte man gegen eine Erfolgsgeschichte aufbegehren wollen? China legt seit nunmehr 20 Jahren eine beispiellose Entwicklung hin, da wäre man ja blöd würde man sich dagegen stellen. Also springen alle hier auf den Zug auf, um etwas vom fetten Kuchen abzubekommen. Revolution? Warum? Wozu? Wofür?

ZB, weil man eben nichts oder zuwenig vom großen Kuchen abbekommt (bzw glaubt, daß es so ist). Anlaß zur Revolution ist oft nicht so sehr der eigene Mangel, sondern der Unterschied zw. dem was man hat & dem, was man beim anderen wahrnimmt.



RoyalTramp hat geschrieben:
Angesichts des "Kinderelends" an unserer Schule würde ich jetzt mal sagen, weder noch...sondern chinesische Kindererziehung ist einfach nur katastrophal! :wink:

Vorsicht bitte mit Deinen Erfahrungen. IIRC bist Du doch an einer Art Nachhilfeinstitut, oder? Da wirst Du keinen repräsentativen Querschnitt zu sehen bekommen.

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 Betreff des Beitrags: Re: kennt einer von euch
BeitragVerfasst: 01.09.2010, 03:07 
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Zum ersten: Das mündliche Abmachungen nicht eingehalten worden sind, habe ich auch erlaubt, aber habe zumeist festgestellt, dass es an meinen eigenen Erwartungen gescheitert ist. Wenn ich gedacht habe, dass ist jetzt dingfest, dann hieß es, nö...das haben wir aber nicht so dingfest vereinbart. "Ups...dann habe ich das wohl irgendwie falsch verstanden...ich dachte...". Aber hält sich in Grenzen diese Erfahrung...

Zum zweiten: Das ist ja gerade die Krux daran. Denn auch denjenigen, die vom großen Kuchen nix oder wenig bekommen geht es besser als vor 20 Jahren. Warum sollten diese also auf die Straße gehen und dafür demonstrieren, mehr zu bekommen? Es reicht ihnen womöglich, dass es ihnen besser geht... vielleicht wegen solcher Werte wie Bescheidenheit? Zurückhaltung? Sehr spannend auf jeden Fall, das zu beobachten.

Zum dritten: Meine Kritik an der Kindererziehung ist ja auch als Überzeichnung zu verstehen, denn wie es jetzt z.B. in chinesischen Familien direkt aussieht, kann ich nicht sagen. Und auch mein Job an der Uni und dem jetzigen Nachhilfeinstitut geben mir natürlich keine breiten gesellschaftlichen Einblick.

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