Lohngefälle in China.

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Old China Hand
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Lohngefälle in China.

Beitrag von arrow »

Ich will mich mal etwas über das chinesische Lohngefälle auslassen. Dabei geht es nicht um die Löhne an sich, sondern um die Verteilung.

Eine Aushilfskraft für untergeordnete Arbeiten bekommt hier in der Firma 800 RMB/Monat
Fachkräfte zwischen 1300-1600 RMB
Abteilungsleiter 2000-4000
Vice President 20 000
President 40 000

Das ist aber kein Weltunternehmen hier, sondern eine Klitsche mit 400 Beschäftigten.

Ist dieses Gefälle gerecht, oder wird es in der nächsten Zeit massive Auflehnung geben. Ich meine generell in China. Das dies kein Einzelfall ist kann sich jeder denken.
Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null.... und das nennen sie ihren Standpunkt.
aquadraht
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Re: Lohngefälle in China.

Beitrag von aquadraht »

arrow hat geschrieben:Ich will mich mal etwas über das chinesische Lohngefälle auslassen. Dabei geht es nicht um die Löhne an sich, sondern um die Verteilung...
Also vom höchsten bis zum niedrigsten Einkommen 1:50?
Das ist eine eher flache Einkommensverteilung.

Bei uns bekommen Aufstocker und Billiglöhner weniger als HartzIV, also 200-400€.
"Normale" Fachkräfte verdienen im Bereich des Medianeinkommens, also 2200€.
Akademiker verdienen je nach Position 4000-7000€, im mittleren Management
wird zwischen 5000 und 12000€ verdient. Betriebsleiter bekommen je nach Firma
noch einmal mehr. Spitzenmanager (Vorstand) haben schon in mittleren Firmen
ein Jahreseinkommen im Millionenbereich.

Damit kommt man auf Spreizungen von 1:1000 oder mehr.

Zur Frage der massiven Auflehnung: Es wird in ganz China mit Sicherheit weitere Lohnforderungen geben, und die Unternehmen werden darauf in gewissem Grad eingehen müssen, da die Reserve der ländlichen Arbeitskräfte zu Ende geht. Es wird auch immer wieder Arbeitskonflikte geben, bei denen es hoch hergeht (letztes Jahr wurde ja mal ein Manager totgeschlagen). Dass daraus landesweite Unruhen entstehen, halte ich für recht unwahrscheinlich.

a^2
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Haima
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Re: Lohngefälle in China.

Beitrag von Haima »

Guten Morgen,

Naja, das ist ein Verhältnis von 1 zu 50. Das geht noch. Natürlich wäre ein Verhältnis von so etwa 1 zu 20 oder 30 sozial schöner, nur welcher Firmenboss macht das schon. Es gibt sicher Ausnahmen, aber viele nehmen halt doch, was sie können. Ich bezweifle aber die 40'000 mal ein bischen. Ist da wirklich alles gerechnet? Die meisten Firmenbosse verdienen sich ja wohl noch ein nettes "Zubrot" mit verschiedenen Aktivitäten....

Übrigens: Wie überall auf der Welt wird auch hier in der Schweiz über die Löhne der Top-Manager gelästert. Daniel Vasella ist das Paradebeispiel. Mit ungefähr 44 Mio. Lohn inkl. Boni hat er letztes Jahr ganz gut verdient. Ich gehe mal davon aus, dass bei Novartis die kleinsten Löhne für die Putzmänner und -frauen so bei 60'000 Franken liegen. Das ergibt eine Lohnschere von über 1 zu 700. Da ist dein Beispiel also noch recht gut im Rennen.... :wink:

Gruss

Haima
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Re: Lohngefälle in China.

Beitrag von arrow »

Hier geht's nicht um eine Firma ala Siemens. In grösseren Firmen wird das Lohngefälle noch gewaltiger sein.
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incues
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Re: Lohngefälle in China.

Beitrag von incues »

Wenn es anders wäre, dann wären die Chinesen wahrscheinlich nicht mehr so strebsam... siehe Deutschland.
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Re: Lohngefälle in China.

Beitrag von arrow »

Was verstehst Du unter strebsam? Oder verwechselst Du das mit dem bösen Wort mit "K"?

Die Produktivität pro Arbeitsplatz liegt in Deutschland immer noch um 30 000% höher als in China.
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Re: Lohngefälle in China.

Beitrag von Muck »

arrow hat geschrieben:Die Produktivität pro Arbeitsplatz liegt in Deutschland immer noch um 30 000% höher als in China.
Glaube ich nicht, hast du Belege?
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Re: Lohngefälle in China.

Beitrag von arrow »

Muck hat geschrieben:
arrow hat geschrieben:Die Produktivität pro Arbeitsplatz liegt in Deutschland immer noch um 30 000% höher als in China.
Glaube ich nicht, hast du Belege?
Ja, da hatte ich Zahlen von 1995... :roll: sorry.

Aktuell sind es nur noch 1100% (siehe wiki bib pro Kopf)
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Re: Lohngefälle in China.

Beitrag von robbe »

Vielleicht muss man das auch etwas ökonomischer sehen, neben der "Fairness".
Vielleicht ist das Angebot an Führungspersonen (hier Vice / President) viel niedriger als das für die weniger qualifizierten?
Aber auch das wird sicherlich kein so starkes Lohngefälle ausmachen.
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incues
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Re: Lohngefälle in China.

Beitrag von incues »

arrow hat geschrieben:Was verstehst Du unter strebsam?
Ich verstehe darunter, das heutzutage in einem mehr oder minder aufgeklärtem China, die Schüler und Studenten sich selbst immer höhere Ziele stecken, um später auch mal einer der Besserverdienenden zu sein und um auch mal ein Audi oder BMW zu fahren.

Darauf stützte sich meine Aussagen.
In Deutschland kann man ja sogar ohne Schulabschluss, dank Sozialleistungen und Mini-Jobs, sehr leicht mehr verdienen, als es in China unter gleichen Umständen möglich wäre. Daher empfinde ich chinesische Schüler und Studenten als mehr strebsam als ein Großteil der deutschen. Hierzulande hat man mitunter das Glück, dass der Staat einem manchmal in den Arsch tritt, Unmengen an Gelder verschwendet, um einem doch noch irgendeinen Abschluss zu ermöglichen und einen nicht den Hungertod sterben lässt.
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Re: Lohngefälle in China.

Beitrag von arrow »

Mangels Berufsausbildung, ist ein Studium in China auch die einzige Möglichkeit sich ein besseres Leben zu erarbeiten. Ziele und spätere Umsetzung sind aber 2 verschiedene paar Schuhe. Wenn später das Nötige Vitamin B fehlt, nutzt der beste Abschluss nichts.
Wer es sich leisten kann, schickt seine Sprösslinge eh nach Übersee...
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Re: Lohngefälle in China.

Beitrag von arrow »

China soll die USA betreffs Dollarmilliardäre uberholt haben. Andere Quellen sprechen von 20 Milliardären in China. Wie kann so etwas in einem kommunistischen Land passieren.
Man spricht auch davon, dass 70 Milliaräre im Volkskongress sitzen und die Politik der nächsten 5 Jahre mitgestalten.
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Re: Lohngefälle in China.

Beitrag von Aremonus »

China soll die USA betreffs Dollarmilliardäre uberholt haben. Andere Quellen sprechen von 20 Milliardären in China. Wie kann so etwas in einem kommunistischen Land passieren.
Man spricht auch davon, dass 70 Milliaräre im Volkskongress sitzen und die Politik der nächsten 5 Jahre mitgestalten.
Naja, angesichts der Tatsache, dass China kein echtes Kartellgesetz kennt, eine riesige Immobilienblase hat und in den letzten Jahren hunderte Milliarden durch die Regierung an einzelne Firmen verteilt hat, erstaunt das ja eigentlich nicht.
Die Zahl der Milliardäre hat sich in der Finanzkrise verzwölffacht - und das nicht, weil das chinesische Volk plötzlich viel mehr kauft...

Den Statistiken zufolge kommen aber 403 Milliardäre aus den USA und "nur" 128 aus China - von dem her. Diese Zahlen sind vom 28. Oktober 2010 - ich denke kaum, dass sich hier etwas substantiell verändert hat seither...

Ebenfalls interessant ist, dass Indien 70 Milliardäre hat - und noch viel ärmer ist als China.
Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fluss gestaut und der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, dass man Biber nicht essen kann!
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Re: Lohngefälle in China.

Beitrag von arrow »

Aremonus hat geschrieben: Den Statistiken zufolge kommen aber 403 Milliardäre aus den USA und "nur" 128 aus China - von dem her. Diese Zahlen sind vom 28. Oktober 2010 - ich denke kaum, dass sich hier etwas substantiell verändert hat seither...
Ja, wie gesagt, die Statistiken schwanken zwischen 20 und 500 Milliardaeren. Wo die Wahrheit angesiedelt ist weiss niemand.
Fakt ist, dass meine Arbeiter sich das Wasser aus meinem Buero holen, weil die Wasserleitungen in deren "Apartments" eingefroren sind. Soviel zum Lohngefaelle.
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Re: Lohngefälle in China.

Beitrag von Aremonus »

Ja, wie gesagt, die Statistiken schwanken zwischen 20 und 500 Milliardaeren
Naja, Forbes hat relativ klare Bewertungskriterien.

Wenn man natürlich für Chinesen Assets berücksichtigt, die für Amerikaner nicht berücksichtigt werden, vergleicht man Apfel mit Birnen. Bewertet man chinesische Assets höher, muss man auch US-Assets höher bewerten, sonst macht das Ganze keinen Sinn...

Dass chinesische Arbeiter aber besonders seit der Finanzkrise ziemlich die Loser sind, liegt auf der Hand - das zeigen schon allein die Inflationszahlen (bei einer Inflation sind immer die Arbeiter die Loser).
Deswegen würde ich als Chinese dringend ein eigenes Unternehmen eröffnen - statt mein Geld in eine schäbig überteuerte Wohnung zu investieren...
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