wuseltiger hat geschrieben:
báitù hat geschrieben:
Folgender thread veranlasst mich, das Thema noch einmal aus fachlicher Situation anzusprechen:
Wie kann man denn etwas aus
fachlicher Situation ansprechen? Vielleicht liegt es an mir. Verstehe den Satz nicht so ganz..
Nee, liegt an mir, sollte natürlich aus fachlicher Sicht heißen, wurde aber kurz vor Dienstschluss geschrieben, daher ein simpler "Druckfehler"...

- ich werd's gleich korrigieren!
wuseltiger hat geschrieben:
báitù hat geschrieben:
Mir selbst ist z. B. in Shanghai vor Schreck der Rasierer aus der Hand gefallen, als ich das Handwaschbecken im Hotel volllaufen ließ und eine üble (hell)braune Brühe vorfand.
Dies war allerdings schon vor 5 Jahren (vielleicht ist's ja besser geworden?)...
Rost in der Leitung (und was soll denn sonst braun im Wasser sein?) ist eher ein Problem des Leitungssystems im jeweiligen Etablissement, als des gesamten Shanghaier Leitungswassers. Sonst wäre das Wasser ja in ganz Shanghai braun, was es definitiv nicht ist.
Das war definitiv kein Rost und mitnichten ein Problem der Hausinstallation, sondern es war einfach die unzureichende Aufbereitung des Wassers (wohl aus Uferfiltrat) im Hinblick auf Trübstoffe (kolloidal gelöste Tonmineralien, an denen sicher auch reichlich organische Fracht hing), die später auch sedimentierten.
wuseltiger hat geschrieben:
báitù hat geschrieben:
Das viele Halbwissen (z. B. bezüglich Blei und Legionellen) aus dem Bezugsthread will ich nicht kommentieren...
Mach doch mal, da wirds vielleicht interessant.
Legionellen sind zwar grundsätzlich im Temperaturbereich von ca. 25 °C bis etwa 60 °C anzutreffen, aber für eine orale Aufnahme absolut irrelevant. Außer dem Inhalationspfad besteht bestenfalls das Risiko der Mikroaspiration, um eine Infektion der Atemwege zu erlangen. Dies war im Ursprungsthread nicht eindeutig heraus zu lesen. Ebenso wenig, dass die Bleiproblematik sich neben den Rohrleitungen vorallem aus minderwertigen Armaturen aus Rotguss generiert (von denen in China sicher mehr anzutreffen sein dürften, als in den durchgenormten EU-Ländern).
wuseltiger hat geschrieben:
báitù hat geschrieben:
Das Abkochen hat neben seiner Desinfektionswirkung (die sich erst nach ca. 10 Minuten richtig entfaltet)
Für ein sicheres Abtöten müsstest du auch den Druck erheblich erhöhen. Trotzdem glaube ich, dass einfaches Aufkochen ausreicht, um die meisten Krankheitserreger auf eine nicht pathogene Konzentration zu senken. Nur bei Pesterregern wäre ich vorsichtig, hier reicht u.U. bereits ein einzelner Erreger aus um zu erkranken..
Abkochen bedeutet nicht sterilisieren (bzw. autoklavieren). Es werden lediglich vegetative Formen von Keimen abgetötet, hingegen keine Dauerformen, wie z.B. Sporen. Ebenso wirkt weder das Abkochen noch das Chloren von Wasser ausreichend gegen Protozoen (vgl. Michigan-Epidemie mit Kryptosporidien).