Pelzfarm in Hebei

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aquadraht
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Re: Pelzfarm in Hebei

Beitrag von aquadraht »

beowulf hat geschrieben: @Gutmensch - mir ist leider klar, dass dieser Begriff von Rechten gehijacked wurde. Und ja, das nervt.
Die Lücke, die der Verzicht auf diesen Begriff reißt, ersetzt ihn völlig. Es gab Heuchler und Moralapostel, lange bevor es "Gutmensch" gab, und die sind trennschärfer, es gibt eine Plethora intelligenter und lesenswerter Literatur, von Heine über Nietzsche, Kraus und Tucholsky, die sich daran abarbeitet. Der Begriff Gutmensch ist eine polemische Figur, die Klaus Bittermann geprägt hat, lange bevor er sich als "antideutscher Islamkritiker" mit Rechtsradikalen gemein machte. Er war ein indirektes Zitat einer sprachkritischen Arbeit über NS-Sprache (Aus dem Wörterbuch des Unmenschen), einer Art westdeutschem Pendant zu LTI. Bittermanns "Aus dem Wörterbuch des Gutmenschen" kritisierte "Schaumsprech", naives Moralisieren zum Zwecke des Wohlfühlens statt zu dem der Kritik und Aufklärung und spiesste das Spießertum Wollsocken häkelnder Ökos auf. Die Polemik war gut und treffend, sie wurde rezipiert und verbreitet akzeptiert - point taken.

Heutige "Gutmensch"-Polemik ist Selbstimmunisierung gegen Kritik: wer weiß, dass seine Auffassungen, ob Dauerwelle, Sarrazin oder "Islamkritiker", inhuman und tendenziell mörderisch und kriminell sind, immunisiert sich im voraus, indem er Einrede als "gutmenschlich" denunziert. Damit ist die Diskussion beendet, der Feind ausgemacht und abgestempelt. Das ist das exakte Gegenteil einer Diskurskultur. "Gutmensch" in dieser Verwendung, ähnlich "politisch korrekt", ist Diskursverweigerung und Feinderklärung im Sinne von Carl Schmitt. Letztlich läuft das auf Faschismus heraus. Daher ist der Begriff aus meiner Sicht nicht nur überflüssig, sondern inakzeptabel. Ich will Diskurs und keinen Bürgerkrieg, und Begriffe dieser Art sind geistige Bürgerkriegserklärungen.
@Coldner - Da habe ich wie gesagt eine andere Meinung. Mir ist die Doppelmoral bzw. Scheinheiligkeit die in exiltibetischen Kreisen bewusst praktiziert wird durchaus klar. Bei Coldner sehe ich aber keinen merklichen Unterschied zu z.B. Clemens Ludwig. Das ist nur ein Spiegelbild der anderen Seite. Woran ich das erkenne? Die unglaubliche Polemik und Undifferenziertheit seiner Argumentation. Coldner selber ist an sich nicht "Tibeter feindlich", er hat aber ein zutiefst sitzende Abneigung gegen jegliche Art von Religion und Esoterik. Das schlägt bei seiner Argumentation immer wieder durch und sie ist in vielen Bereichen einfach nicht fair. Seine Darstellung des tibetischen Buddhismus deutet in die Richtung einer satanistischen Bewegung.
Er heißt Goldner. Und religionskritisch zu sein ist jedermanns Recht. Goldner hat mit der Affengeschichte nur eins exemplifiziert: wie er nämlich von der verbreitet christentumsfeindlichen (nicht nur kritischen) Position der Hippies und ihrer begeistert-romantisierenden Verklärung des Buddhismus abkam. Goldner ist Humanist und Atheist, war aber bis Anfang der neunziger Jahre dem westlichen Mythos des "atheistischen und toleranten Buddhismus" stark aufgesessen - und auch dem westlichen Tibet-Narrativ. Für ihn war das Affenerlebnis ein Anlass, seine Vorurteile zu überdenken, und seine Erfahrungen mit der westlichen Free-Tibet-Szene haben ihn als Therapeuten mit Erfahrungen mit Psychosektenopfern nicht gnädiger gestimmt.

Sein erstes Dalai-Lama-Buch ist übermäßig polemisch und wurde darob zu recht getadelt. In der umfang- und materialreicheren Zweitauflage hat sich das erfreulich abgeschliffen. Immer noch ist Goldners Werk im deutschsprachigen Raum die wichtigste Ressource der Information gegen die Tibetpropaganda sowohl der Free-Tibet-Szene als auch der rechten und geopolitisch antichinesischen Unterstützer der Clique in Dharamsala. Alle Feinde und Kritiker haben Goldner bislang keine grundsätzlichen Fehler in seiner unbestritten polemischen Darstellung nachweisen können, während die übliche Propaganda der "Exilregierung" wie der Unterstützerszene von Lügen, Fälschungen, bewußten Auslassungen und anderen Unwahrheiten nur so strotzt, von einfachen Widersprüchen noch gar nicht geredet. Insofern finde ich Polemik gegen Goldner ziemlich daneben. Berechtigte Kritik, wenn man sie belegen kann, ok.

Ist zugegebenermaßen alles reichlich OT.

a^2
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Re: Pelzfarm in Hebei

Beitrag von no1gizmo »

Maikea hat geschrieben: 1. Es waren keine Hunde, sondern Maderhunde. Kleine Raubtiere, die sich in unseren Breiten immer mehr ausbreiten und das nicht zum Guten. Bringen das ganze Ökosystem durcheinander, weil sie keine natürlichen Feinde. Deren Ausbreitung wird übrigens streng kontrolliert.
Die Nebeninfos haben aber nichts mit den Video zu tun, wollte ich mal erwähnen-
Hatte ich doch gesagt, dass das Marderhunde sind?? Einen Post vorher.
Und ja, das hat überhaupt nichts damit zu tun.

Bei lebendigem Leibe die Haut abgezogen bekommen hat niemand verdient, auch kein Säugetier, welches genauso Schmerz empfindet wie du und ich.
tarkan hat geschrieben: ein rassist, der seine rassistische weltanschauung mit tierlieb begründet. :mrgreen:

vor 70 jahren würdest genau so politisch korrekt gegen juden argumentieren. ich weiss, die deutschen haben aus ihrer vergangenheit gelernt, :mrgreen:
Ich bin kein Rassist. Aber da das "Rassismus"-Argument immer gleich kommt und ich keine Lust auf ein Diskussionsvorspiel habe, ob ich nun doch einer sei oder nicht, sage ich lieber im Vorfeld, dass ich es eben bin. Mir doch egal.

Es geht mir hier um die Tiere.
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Re: Pelzfarm in Hebei

Beitrag von aquadraht »

no1gizmo hat geschrieben: Bei lebendigem Leibe die Haut abgezogen bekommen hat niemand verdient, auch kein Säugetier, welches genauso Schmerz empfindet wie du und ich.
..
Ich bin kein Rassist. Aber da das "Rassismus"-Argument immer gleich kommt und ich keine Lust auf ein Diskussionsvorspiel habe, ob ich nun doch einer sei oder nicht, sage ich lieber im Vorfeld, dass ich es eben bin. Mir doch egal.
Es geht mir hier um die Tiere.
Gut, ich verstehe das. Und die Tierquälereien, die es in China, und nicht nur da gibt, sind abstossend. Ich halte es auch für völlig richtig, sich dagegen auszusprechen. Da muss man sich nicht im voraus entschuldigen, kein Rassist zu sein.

Trotzdem ist es gut, das Augenmaß zu behalten. China ist traditionell eine Agrargesellschaft, und die Fähigkeit, verfeinerte Humanität zu entwickeln, wurde durch die Entwicklungen der letzten 200 Jahre nicht besonders gefördert. Europa hatte seine Flegeljahre in der frühen Neuzeit, im 17. und 18. Jahrhundert, als öffentliche Folter und Hinrichtung das ersetzten, wofür wir heute DSDS haben. Und das waren keine Tiere, sondern Menschen (ok, Hexen und Verbrecher, aber Menschen).

In China nimmt die Tabuierung der Tierquälerei mit der Verstädterung zu, und in wenigen Jahrzehnten dürften die Einstellungen dazu den unseren gleichen, und die Gesetze auch. Beowulf hat da recht, auf Tianya oder Mop ist die Empörung über Tierquälerei genauso laut wie hier.

Gruss, a^2
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Re: Pelzfarm in Hebei

Beitrag von beowulf »

Abgesehen von der Problematik der Verwendung zur diskreditierung diverser Kritiker durch viele Rechte - wo ich dir übrigens vollkommen zustimme, muss ich dir aber bei einem Punkt widersprechen.
Ich will Diskurs und keinen Bürgerkrieg, und Begriffe dieser Art sind geistige Bürgerkriegserklärungen.
Ich führe hier keinen Diskurs mit "Gutmenschen" sondern einen Diskurs "über" Gutmenschen und deren Verhaltensweisen. Ich bin hier in der Position als Kritiker und nicht in der, dass ich Kritik abwehre. Das ist eine ein wenig andere Situation, als wenn ich User A vorwerfe er wäre ein Gutmensch weil er mich oder meine Argumentation angreift. Ich finde leider auch den Begriff Moralapostel nicht wirklich passend. Ein Moralapostel winkt für mich zwar mit den Zeigefinger und trinkt dann selber heimlich Wein, ihm fehlt aber diese Aggressivität und Empörung von "Gutmenschen". Ich kann hier also nur als Kompromiss vorschlagen, den Begriff "Do Gooders" zukünftig zu verwenden. Mit dem bin ich zwar auch nicht ganz zufrieden, aber was soll man machen wenn die Rechten sich diverse Begriffe schnappen.
Er heißt Goldner.


Sorry. Da ist das C von Colin auf Goldner rübergewandert. :oops:

Für ihn war das Affenerlebnis ein Anlass, seine Vorurteile zu überdenken, und seine Erfahrungen mit der westlichen Free-Tibet-Szene haben ihn als Therapeuten mit Erfahrungen mit Psychosektenopfern nicht gnädiger gestimmt.
Mir ist die Affengeschichte deswegen so sauer aufgestossen, da man dabei richtig die Empörung und das Entsetzen des Tierfreundes Goldner schmecken konnte. Ich war nie auf einen Vortrag, habe mir aber einen in MP3 Form zu Gemüte geführt. Wenn Interesse daran besteht, kann ich den Link nochmals suchen.
Sein erstes Dalai-Lama-Buch ist übermäßig polemisch und wurde darob zu recht getadelt. In der umfang- und materialreicheren Zweitauflage hat sich das erfreulich abgeschliffen.
Das hoffe ich, es scheint aber so, dass in den diversen Foren und Blogs sowohl von Anti Dalai Lama Seite als auch Pro Dalai Lama Seite die erste Auflage herangezogen wird. Die einen um den Dalai Lama zu diskreditieren, die anderen um zu beweisen wie verrückt und hasserfüllt die Kritiker des Dalai Lama sind.

Immer noch ist Goldners Werk im deutschsprachigen Raum die wichtigste Ressource der Information gegen die Tibetpropaganda sowohl der Free-Tibet-Szene als auch der rechten und geopolitisch antichinesischen Unterstützer der Clique in Dharamsala.
Finde ich nicht. Als wichtigste Ressource im deutschsprachigen Raum würde ich da eher Gruschke nennen.

Alle Feinde und Kritiker haben Goldner bislang keine grundsätzlichen Fehler in seiner unbestritten polemischen Darstellung nachweisen können,
Das ist gerade der Punkt was mich stört. "Grundsätzliche Fehler" China ist keine Demokratie und ein autoritärer Staat in politischen Dingen. Wenn jetzt ARD und ZDF China in die Nähe der Nazi Diktatur rücken, ist dass dann auch kein "grundsätzlicher Fehler" sondern "nur" eine polemische Überspitzung? Einen grundsätzlichen Fehler kann man ja schwer nachweisen.

Nehmen wir ein konkretes Textbeispiel her. Ich habe jetzt willkürlich eines gewählt was ich im Internet gefunden habe, aber wir können gerne auch ein anderes heranziehen:

Man muß nicht lange kratzen an der Fassade des Gottkönigs, um zu entdecken, was dahintersteckt. Plötzlich erscheint er als das, als was er sich vorkommt: als Vajradhara, Weltenführer und höchster der Buddhas, dem es um nichts anderes geht als um das Erringen unumschränkter und allumfassender Macht; um den zielstrebigen Ausbau von Einfluß und letztlich (auch wenn das noch ein paar Inkarnationen dauern sollte) um die Errichtung einer weltenumspannenden Buddhokratie.

Der Dalai Lama ist in seiner Funktion der religiöse Führer des tibetischen Buddhismus und steht de facto an der Spitze der Hierarchie. Eine Religion ist immer absolut. Ich glaube bei dieser Erkenntnis stimmen wir überein. Andere Religionen werden von jeder Religion als zumindest falscher Weg oder noch schlimmer als Irrlehre verstanden. Die eigene Religion, der eigene Gott etc. ist zumindest der bessere Weg. Wäre dem nicht so, würde die Religion sich selbst obsulet machen. Wenn die eigene Religion falsch ist und es bessere Wege gibt, warum dann noch an ihr Festhalten?

Der Dalai Lama ist auch wie jeder andere Religionsführer daran interessiert, dass sich diese verbreitet. Nach Möglichkeit Weltweit. Man glaubt an etwas vom tiefsten Herzen und will dies natürlich mit allen anderen Menschen auch teilen. Je nach Religion kann dies sogar der göttliche Auftrag sein.

Ergo: Das der Dalai Lama eine weltenumspannende Buddhokratie anstrebt ist also nicht grundsätzlich falsch.

Die Aussage selbst ist aber utopisch und polemisch. Der Dalai Lama ist auch kein durchgeknallter religiöser Fanatiker der glaubt, dass dies realistisch wäre. Das was Goldner hier macht ist überspitzte Polemik - nein sogar Dämonisierung. Das ist meiner Meinung nach nicht viel anders, als die westlichen Medien in denen immer wieder die Ansicht verlautert wird, China strebt die Weltherrschaft an (Übrigens in der Rubrik interessante Artikel wird so ein Artikel wieder aufgeführt. Der stammt übrigens von Gordon Chang, aus dem direkten Umfeld des Rechtspopulisten Glenn Beck. Das so jemanden ein Forum geboten wird, sagt schon einiges aus. Aber das ist jetzt OT).

Vieles von dem was Goldner sagt ist richtig und wichtig und sollte besprochen werden. Er benützt aber diese Informationen, überzeichnet sie und verwendet Polemik als Instrument seiner Kritik. Damit erreicht er keinerlei Verbesserung im tibetischen Buddhismus und schürrt höchstens Hass bei den Dalai Lama Kritikern.

Das ist das gleiche was unsere viele sinophobe Journalisten und Buchautoren veranstalten. Wie könnte ich dies bei ihnen kritisieren, aber beim gleichen Verhalten von Goldner beide Augen zu drücken?

ps. Weil das immer wieder zu Wort kommt:

Ich sage nicht, dass Tierschützer oder Kritiker automatisch Rassisten sind.
Ich verweise darauf, dass Rassisten/Nationalisten etc. sich früher und auch heute noch gerne des Tierschutzes als Argument bedienen um die eigene Überlegenheit zu betonen und die anderen als Barbaren und bösartige Untermenschen abzustempeln. Ob echte Kritik an der Tat oder Verhetzung eines Volkes/Gruppe etc. vorliegt, kann man sehr schnell an der Wortwahl und Art der Präsentation finden.
Ein gutes Beispiel ist der Link den ich weiter oben gepostet habe. Wenn die Raubtierfütterung im chinesischen Zoo mit den Zirkusspielen eines Neros verglichen wird und am Ende des Beitrages das lächerliche Argument vorgebracht wird, dass im Gegensatz dazu in der Schweiz die Forellen eine faire Chance haben den Robben zu entwischen und dies die moralische Überlegenheit der Schweizer ausdrückt, frage ich mich echt ob die Redakteure geistig nicht in Deutschland der 30er Jahre anzusiedeln sind. Da gehts schon lange nicht mehr um das zerrissene Hühnchen sondern um pure Dämonisierung aufgrund von Sensationalismus und Sinophobie/Ethnozentrismus oder gar Rassismus.
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Laogai
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Re: Pelzfarm in Hebei

Beitrag von Laogai »

Mir ist noch immer recht schleierhaft, wie das Ausgangsposting von mistervac plötzlich in eine Diskusion über Rassismus, Gutmenschentum, Tibet oder die Türkei entgleiten konnte.

Ok., nicht ganz so schleierhaft, denn...
aquadraht hat geschrieben:Da muss man sich nicht im voraus entschuldigen, kein Rassist zu sein.
...den Rassismusaspekt hat beowulf hier in die Runde geworfen. Wahrscheinlich hat der Begriff "innere Angelegenheiten", verwendet von mistervac in einem der ersten Postings hier, eine Art pawlowschen Reflex bei ihm ausgelöst. In der Beziehung sollte er nochmal an sich arbeiten.
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beowulf
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Re: Pelzfarm in Hebei

Beitrag von beowulf »

Hat keinen Reflex ausgelöst. Aber beim Thema Tierschutz und China ist Rassismus oder zumindest Ethnozentrismus in der westlichen Kritik ein wichtiger Punkt, der angesprochen gehört.
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Re: Pelzfarm in Hebei

Beitrag von ijontichy »

Eine Religion ist immer absolut. Ich glaube bei dieser Erkenntnis stimmen wir überein. Andere Religionen werden von jeder Religion als zumindest falscher Weg oder noch schlimmer als Irrlehre verstanden. Die eigene Religion, der eigene Gott etc. ist zumindest der bessere Weg. Wäre dem nicht so, würde die Religion sich selbst obsulet machen. Wenn die eigene Religion falsch ist und es bessere Wege gibt, warum dann noch an ihr Festhalten?
Das ist, mit Verlaub, aber sehr "westlich" gedacht. Fuer verschiedenen Personen koennen, aus welchen Gruenden auch immer, verschiedenen Wege ansprechender sein. Eine Person kann sogar mehrere Wege gleichzeitig beschreiten, und warum auch nicht? http://de.wikipedia.org/wiki/Die_blinde ... er_Elefant" target="_blank
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Re: Pelzfarm in Hebei

Beitrag von robbe »

beowulf hat geschrieben:Eine Religion ist immer absolut. Ich glaube bei dieser Erkenntnis stimmen wir überein. Andere Religionen werden von jeder Religion als zumindest falscher Weg oder noch schlimmer als Irrlehre verstanden. Die eigene Religion, der eigene Gott etc. ist zumindest der bessere Weg. Wäre dem nicht so, würde die Religion sich selbst obsulet machen. Wenn die eigene Religion falsch ist und es bessere Wege gibt, warum dann noch an ihr Festhalten?
Schön das der Begriff Religion erstmal absolut gar nicht dynamisch bzw. "flexibel" ist.. Deine "Erkenntnis" über Relgion trifft absolut nicht zwingend zu...
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Re: Pelzfarm in Hebei

Beitrag von aquadraht »

beowulf hat geschrieben:
[Gutmensch ..] Ich halte den Begriff für inadäquat und obendrein vergiftet, es ist Dir überlassen, ob Du ihn benutzt.
Mir ist die Affengeschichte deswegen so sauer aufgestossen, da man dabei richtig die Empörung und das Entsetzen des Tierfreundes Goldner schmecken konnte. Ich war nie auf einen Vortrag, habe mir aber einen in MP3 Form zu Gemüte geführt. Wenn Interesse daran besteht, kann ich den Link nochmals suchen.
Ich habe einmal mit Goldner darüber gesprochen. Es hat ihn in der Tat schockiert. Noch mehr schockiert hat ihn aber die Gleichgültigkeit der zahlreich anwesenden westlichen Hippies. Das ist eigentlich sein Punkt. Damit, dass asiatische Buddhisten genauso pragmatisch/heuchlerisch mit ihrer Religion umgehen (bedenke, dass die den Boden fegen, um keine Ameise zu zertreten), konnte er nach dem ersten Schock gut umgehen, nicht aber mit der Realitätsverleugnung der westlichen Buddhismusfans, die weit über die Roheit von ein paar Mönchen in Nepal hinausgeht.
Sein erstes Dalai-Lama-Buch ist übermäßig polemisch und wurde darob zu recht getadelt. In der umfang- und materialreicheren Zweitauflage hat sich das erfreulich abgeschliffen.
Das hoffe ich, es scheint aber so, dass in den diversen Foren und Blogs sowohl von Anti Dalai Lama Seite als auch Pro Dalai Lama Seite die erste Auflage herangezogen wird. Die einen um den Dalai Lama zu diskreditieren, die anderen um zu beweisen wie verrückt und hasserfüllt die Kritiker des Dalai Lama sind.
So "argumentiert" aber keiner, dem an sachlicher Diskussion gelegen ist. Auch die erste Auflage enthält eine Plethora von Faktenmaterial, und die unnötige Polemik ist nur eine offene Flanke für bösartige Kritiker.
Immer noch ist Goldners Werk im deutschsprachigen Raum die wichtigste Ressource der Information gegen die Tibetpropaganda sowohl der Free-Tibet-Szene als auch der rechten und geopolitisch antichinesischen Unterstützer der Clique in Dharamsala.
Finde ich nicht. Als wichtigste Ressource im deutschsprachigen Raum würde ich da eher Gruschke nennen.
Andreas Gruschkes Artikel oder auch die von Ingo Nentwig sind auch sehr wichtige Quellen, was Tibet angeht. Aber Goldners Buch ist die materialreichste Arbeit.
Alle Feinde und Kritiker haben Goldner bislang keine grundsätzlichen Fehler in seiner unbestritten polemischen Darstellung nachweisen können,
Das ist gerade der Punkt was mich stört. "Grundsätzliche Fehler" China ist keine Demokratie und ein autoritärer Staat in politischen Dingen. Wenn jetzt ARD und ZDF China in die Nähe der Nazi Diktatur rücken, ist dass dann auch kein "grundsätzlicher Fehler" sondern "nur" eine polemische Überspitzung? Einen grundsätzlichen Fehler kann man ja schwer nachweisen.
Das Beispiel hinkt, denn ARD und ZDF, oder auch ntv oder SAT1 sind Mainstreammedien. Goldner ist ein Teil der Gegenöffentlichkeit. Wenn er nicht schreit, wird er nicht gehört. Für Autoren der Gegenöffentlichkeit ist die Balanceaufgabe, so laut zu schreien, dass man sie hört, aber nicht so schrill, dass es in den Ohren weh tut. Goldner schafft diese Balance nicht immer. Andreas Gruschke ist schön subtil, und keine Sau nimmt ihn wahr.
Nehmen wir ein konkretes Textbeispiel her. ..

Das ist nicht Goldner, sondern die Trimondis. Das ist unseriös. Du solltest Dich für eine solche Manipulation schämen. Goldner widerspricht den Trimondis explizit und macht ihren Vorwurf, der DL strebe zur Weltherrschaft (und das sei eine akute Bedrohung), explizit lächerlich. Goldner glaubt nicht einmal, dass der DL subjektiv nach der Weltherrschaft strebe, und die Möglichkeit hält er für absurd.

Irgendwie hast Du da ein irrationales Vorurteil. Hast Du Goldners Buch je gelesen?

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Re: Pelzfarm in Hebei

Beitrag von Laogai »

beowulf hat geschrieben:Aber beim Thema Tierschutz und China ist Rassismus oder zumindest Ethnozentrismus in der westlichen Kritik ein wichtiger Punkt, der angesprochen gehört.
Weiterhin gehört Klimaschutz, die Verwendung des richtigen Waschmittels und das angemessene Verhalten von Mann zu Frau angesprochen.
Und wo hört es auf?

Jetzt höre mal auf alles auf drei Ebenen nach oben zu verlagern!
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Re: Pelzfarm in Hebei

Beitrag von beowulf »

So "argumentiert" aber keiner, dem an sachlicher Diskussion gelegen ist. Auch die erste Auflage enthält eine Plethora von Faktenmaterial, und die unnötige Polemik ist nur eine offene Flanke für bösartige Kritiker.
Sachliche Argumentationen findet man leider nur sehr selten in Bezug auf China und vor allem bei der Tibet Problematik.
Das Beispiel hinkt, denn ARD und ZDF, oder auch ntv oder SAT1 sind Mainstreammedien. Goldner ist ein Teil der Gegenöffentlichkeit. Wenn er nicht schreit, wird er nicht gehört. Für Autoren der Gegenöffentlichkeit ist die Balanceaufgabe, so laut zu schreien, dass man sie hört, aber nicht so schrill, dass es in den Ohren weh tut. Goldner schafft diese Balance nicht immer. Andreas Gruschke ist schön subtil, und keine Sau nimmt ihn wahr.
Ich glaube hier kommen wir auf einen wichtigen Punkt. Goldner benützt die Polemik als Mittel um überhaupt gehört zu werden. Das kann ich sehr gut nachvollziehen. Er versucht dann nichts anderes als den Dalai Lama mit den eigenen Waffen zu schlagen. Dann trifft auch die Bezeichnung "Do Gooder" :wink: nicht zu, da es aus Kalkül entsteht.

Mir stößt es aber trotzdem sauer auf, da ich diese Methodik persönlich nicht mag und auch nicht unbedingt für produktiv und oft sogar als kontraproduktiv erachte. Was die Gegenöffentlichkeit betrifft. Ich attackiere/kritisiere Goldner im allgemeinen nicht öffentlich. Aus dem einzigen Grund, dass die Gegenseite von Goldner in unseren Breiten so stark erstickend verbreitet wird, dass ich es notwendiger finde gegen diese anzuschreiben.
Das ist nicht Goldner, sondern die Trimondis. Das ist unseriös. Du solltest Dich für eine solche Manipulation schämen.


Sorry - jetzt bin ich wirklich enttäuscht von dir. Du solltest inzwischen wissen, dass ich so eine Manipulation niemals begehen würde. Ich bin auch böse, dass du mich für so dumm hälst so eine Masche bei dir anzuwenden.

Hier ist die Quelle:
Colin Goldner: Bewußtsein ohne Gehirn? 15.03.2008, 04:32
http://www.kominform.at/article.php?sto ... 5163256459" target="_blank

Ich kann hier nichts von Trimondi finden. Da ist wirklich jetzt eine Entschuldigung angebracht.
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Re: Pelzfarm in Hebei

Beitrag von beowulf »

robbe hat geschrieben:
beowulf hat geschrieben:Eine Religion ist immer absolut. Ich glaube bei dieser Erkenntnis stimmen wir überein. Andere Religionen werden von jeder Religion als zumindest falscher Weg oder noch schlimmer als Irrlehre verstanden. Die eigene Religion, der eigene Gott etc. ist zumindest der bessere Weg. Wäre dem nicht so, würde die Religion sich selbst obsulet machen. Wenn die eigene Religion falsch ist und es bessere Wege gibt, warum dann noch an ihr Festhalten?
Schön das der Begriff Religion erstmal absolut gar nicht dynamisch bzw. "flexibel" ist.. Deine "Erkenntnis" über Relgion trifft absolut nicht zwingend zu...
An die beiden Herren - bitte nochmals mein Posting lesen. Es ging mir um das "grundsätzlich nicht Falsch" nicht um Religion per se. Natürlich ist Religion dynamisch und Wandeln unterworfen, natürlich arrangieren sich auch Religionen mit anderen Religionen und beeinflussen sich gegenseitig etc. In der Realtität wurden sogar schon Götter einer Religion in die andere übernommen usw. Das war als reines Beispiel für eine "grundsätzlich nicht Falsch" Argumentation gedacht.
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Re: Pelzfarm in Hebei

Beitrag von aquadraht »

beowulf hat geschrieben:
Das ist nicht Goldner, sondern die Trimondis. Das ist unseriös. Du solltest Dich für eine solche Manipulation schämen.


Sorry - jetzt bin ich wirklich enttäuscht von dir. Du solltest inzwischen wissen, dass ich so eine Manipulation niemals begehen würde. Ich bin auch böse, dass du mich für so dumm hälst so eine Masche bei dir anzuwenden.

Hier ist die Quelle:
Colin Goldner: Bewußtsein ohne Gehirn? 15.03.2008, 04:32
http://www.kominform.at/article.php?sto ... 5163256459" target="_blank

Ich kann hier nichts von Trimondi finden. Da ist wirklich jetzt eine Entschuldigung angebracht.
Ja. Sorry, das kannte ich nicht, und die Formulierung mit der Buddhokratie ist wirklich daneben. Das hat er in dem Dalai-Lama-Buch selbst noch verspottet.

a^2
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Re: Pelzfarm in Hebei

Beitrag von beowulf »


Ja. Sorry, das kannte ich nicht, und die Formulierung mit der Buddhokratie ist wirklich daneben. Das hat er in dem Dalai-Lama-Buch selbst noch verspottet.

a^2
Geht in Ordnung, aber schieße biete in Zukunft nicht so schnell aus der Hüfte. Wenn etwas unklar ist oder komisch erscheint, frag bitte nach oder verlange die Quelle.
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Re: Pelzfarm in Hebei

Beitrag von ingo_001 »

Da ist man mal einen Tag offline - und schon hat sich der Ursprungs-Thread in ein "Multi-Topic" Thread verwandelt ...
Wie wärs, wenn die Betreffenden einfach eigene Threads aufmachen?
Das würde dem jeweiligen Anliegen sicher dienlich sein, könnte man doch so effektiver, schneller und ohne irgend etwas Relevantes zu überlesen, auf die jeweiligen Beiträge eingehen.

* Wär dieser Thread ein Aufsatz-Thema in der Schule, hätten einige das (vorgegebene) Thema verfehlt ...
Da hilfts auch Nichts, wenn die anderen Themen auch interessant sind.
Also geht bitte mal in Euch.

So, das war mein Wort zum Sonntag.
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

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